Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

LGT Navigator: An der Spitze des Fed und der EZB werden die Falken lauter

25. November 2021

Im geldpolitischen Gremium der US-Notenbank gab es anlässlich des letzten Zinsentscheids auch Stimmen, die für eine schnellere Reduktion der quantitativen Massnahmen (QE) plädierten und die verstärkt vor dem zunehmenden Inflationsrisiko warnten. Dies geht aus dem Protokoll der letzten Zinssitzung hervor und könnte darauf hindeuten, dass das Fed im nächsten Jahr früher und stärker auf die Bremse treten könnte.

An der Spitze des Fed und der EZB werden die Falken lauter

An der Wall Street hatten sich die Erwartungen der Anleger auf eine Straffung der Geldpolitik bereits im Vorfeld der gestern Abend veröffentlichten FOMC-Minutes des geldpolitischen Entscheids vom 3. November verstärkt und für Zurückhaltung gesorgt. Vor dem heutigen Thanksgiving-Feiertag, an dem die Börsen geschlossen bleiben, tendierten die Aktienindizes mehr oder weniger seitwärts. Der Dow Jones Industrial beendete den Mittwochshandel bei 35'804.38 Punkten (-0.03%) und der S&P 500 schloss +0.23% höher bei 4'701.46 Zählern. An der Nasdaq legten die Indizes um rund +0.4% zu. Im Vorfeld lieferten die beiden IT-Konzerne Dell und Hewlett-Packard positive Quartalsergebnisse. Die Unternehmen profitierten vom Trend zum Homeoffice und einem erhöhten IT-Bedarf.

Auch in Asien tendieren die Börsen heute morgen mehr oder weniger seitwärts, respektive ohne klar ersichtlichen Trend. In Tokio gewinnt der Nikkei 225 +0.7% und steigt auf 29'499.28 Punkte, während die Indizes in Festlandchina leicht nachgeben. In Hongkong notiert der Hang Seng-Index rund +0.15% höher. 

FOMC-Protokoll bekräftigt Erwartungen auf steigende Zinsen

Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) der US-Notenbank Fed haben dem Protokoll der letzten Sitzung vom 2. bis 3. November zufolge auch über eine schnellere Drosselung ihrer Anleihekäufe diskutiert. Anfangs November hatte das Fed beschlossen, ihre milliardenschweren Anleihekäufe monatlich um USD 15 Milliarden zu reduzieren, womit das Programm im Juni 2022 auslaufen würde. Einige Ratsmitglieder forderten jedoch höhere monatliche Reduktionen, um

früher mit einer ersten Zinserhöhung auf die zunehmende Inflationsgefahr reagieren zu können. In den USA erreichte die Jahresinflationsrate im Oktober mit +6.2% das höchste Niveau seit 30 Jahren. Noch scheint das Fed (wie auch die EZB) davon auszugehen, dass der Inflationsdruck auf temporäre Faktoren zurückzuführen sei und bald wieder nachlassen sollte. Es mehren sich aber (wie auch bei der EZB) die Stimmen, die vor einem nachhaltigen Inflationsanstieg warnen.

Leicht stärkeres US-Wirtschaftswachstum im Sommer

Revidierten Zahlen zufolge expandierte die weltgrösste Volkswirtschaft im dritten Quartal etwas stärker als zunächst angenommen. Im Vergleich zum Vorquartal wurde eine annualisierte Wachstumsrate von +2.1% ausgewiesen, verglichen mit einer ersten Schätzung von +2.0%. Gegenüber dem Vorquartal hat sich damit der Wachstumstrend deutlich abgeschwächt. Im zweiten Quartal wuchs die US-Wirtschaft auf das Jahr hochgerechnet noch um +6.7%.

Kurzfristige Daten deuten auf weitere Erholung des US-Arbeitsmarktes hin

Die wöchentlich gemeldeten Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind auf den niedrigsten Stand seit 1969 gesunken. Im Wochenvergleich wurden 71'000 weniger erstmalig gestellte Anträge auf Arbeitslosenhilfe registriert. Damit ging die Zahl der wöchentlichen «Initial Jobless Claims» auf 199'000 zurück, deutlich stärker als von Analysten mit 260'000 erwartet.

Kontroverse um Inflationsausblick innerhalb der EZB-Spitze nehmen zu

Die Gründe für eine hohe Inflation seien struktureller geworden, meinte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos. Bisher vertrat die EZB die Einschätzung, dass der Inflationsanstieg der vergangenen Monate lediglich vorübergehender Natur sei. Dies wurde insbesondere von Notenbankchefin Christine Lagarde mehrfach betont. Nun scheint sich aber innerhalb des EZB-Spitzengremiums die Sorge über einen eventuell doch nachhaltigeren Anstieg der Inflation zu verstärken. Auch die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel äusserte zuletzt Skepsis am aktuellen Inflationsausblick der EZB.  

Eine andere Auffassung vertritt EZB-Direktor Fabio Panetta. Die Notenbank dürfe nicht überstürzt auf die erhöhte Inflation reagieren, denn eine verfrühte geldpolitische Straffung würde die Euro-Wirtschaft beschädigen. Aktuell sei der Euroraum mit einer «schlechten» Inflation konfrontiert, da sie überwiegend das Ergebnis eines externen Angebotsschocks sei, der zudem die wirtschaftliche Aktivität belaste. Demgegenüber sei «gute» Inflation das Resultat einer robusten Binnennachfrage und einer hohen Beschäftigung, wovon man derzeit noch weit entfernt sei, erklärte der Italiener.

Deutsche Unternehmer laut Ifo nochmals pessimistischer

Die Stimmung unter Unternehmen in Deutschland hat sich im November gemäss den neusten Umfrageergebnissen des Münchener Ifo-Instituts erneut eingetrübt. Das vielbeachtete Ifo-Geschäftsklimabarometer gab dabei gegenüber dem Vormonat um 1.2 auf 96.5 Punkte (Konsens 96.7) nach und verbuchte damit bereits den fünften monatlichen Rückgang in Folge. Belastet wird die Stimmung nach wie vor durch die anhaltenden Lieferengpässe und nun auch verstärkt durch die vierte Pandemiewelle, kommentierte das Wirtschaftsforschungsinstitut. In der aktuellen Umfrage beurteilten die rund 8'000 befragten Firmen sowohl die aktuelle Lage als auch den Ausblick ungünstiger als im Vormonat. Der Indikator für die Geschäftserwartungen fiel von 95.4 auf 94.2 Zähler zurück und notiert damit auf dem tiefsten Wert seit Januar dieses Jahres.

Wirtschaftskalender 25. November

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 USA Thanksgiving-Feiertag
08:00 DE BIP Q3 (Revision, Q/Q) +1.8%
08:00 DE GfK-Konsumklima (Dezember) +0.9
09:30 SWE Riksbank Zinsentscheid
13:30 EZ EZB-Protokoll
14:30 EZ EZB-Präsidentin Lagarde Rede
18:00 GB Bank of England Governor Bailey Rede

 

Unternehmenskalender 25. November

Land Unternehmen Periode
CH Swiss Life Investorentag
FR Remy Cointreau  H1

  

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.