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LGT Navigator: Coronavirus bremst Börsenrally aus

13. Februar 2020

Nachdem die Aktienkurse in Europa und an der Wall Street aufgrund der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Coronavirus-Krise in China kräftig zulegen konnten, wurde die Börsenrally heute Morgen an den Handelsplätzen in Asien bereits wieder ausgebremst. Traten zunächst Befürchtungen in Bezug auf eine weitere Ausbreitung des «COVID-19»-Virus und entsprechende negative Folgen für die Weltwirtschaft in den Hintergrund, überwiegt nun wieder die Angst vor einer weiteren Ausbreitung. Sorgen macht sich diesbezüglich auch die US-Notenbank. Mit Interesse werden heute die US-Inflationsdaten sowie eine Reihe wichtiger Unternehmensergebnisse, beispielsweise von Credit Suisse oder Nestlé verfolgt werden.

Coronavirus bremst Börsenrally aus

Eine zusätzliche Nachweismethode für das Coronavirus mittels Computertomographie führte zu einer sprunghaften Aufwärtsrevision der Infektionszahlen in China. Die Zahl neu nachgewiesener Todesopfer durch das Coronavirus hat sich in China in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Vergleich zum Vortag mehr als verdoppelt. Die Zahl der neu nachgewiesenen Infektionen verzehnfachte sich dort sogar fast. Die Börsen in Asien vermochten in der Folge nicht an die positiven Vorgaben aus Übersee anzuknüpfen.

Fed erwartet negative Effekte durch Virus-Epidemie

US-Notenbankchef Chef Jerome Powell betonte gestern anlässlich des zweiten Teils seiner halbjährlichen Anhörung vor dem US-Parlament, dass die negativen Effekte der Coronavirus-Krise auf Chinas Wirtschaft beträchtlich sein werden und auch in der US-Wirtschaft Spuren hinterlassen dürften. Insbesondere die Unterbrechung der Lieferketten dürften dabei eine gewichtige Rolle spielen, aber auch, dass der US-Export in die Volksrepublik beeinträchtigt werde. Laut Powell ist es derzeit aber noch zu früh abzuschätzen, ob dies zu einer grundlegenden Neubewertung des Konjunkturausblicks führen werde.

Mit Spannung erwarten Börsianer heute um 14:30 Uhr (MEZ) die neusten Daten zu den US-Verbraucherpreisen im Januar. Im Dezember betrug die Inflationsrate in den USA im Jahresvergleich +2.3%. Ökonomen gehen zu Jahresbeginn von einer leicht höheren Teuerungsrate von +2.4% aus.

Credit Suisse kann trotz Steigerung die Gewinnerwartungen nicht erfüllen

Credit Suisse konnte zwar den Gewinn im Schlussquartal 2019 auf CHF 852 Mio. mehr als verdreifachen, verfehlte damit aber dennoch die Markterwartungen (Konsens CHF 968 Mio.). Schwach präsentierte sich einerseits vor allem das Investmentbanking und andererseits drückten hohe Kosten auf das Ergebnis. Die Erlöse stiegen stärker als erwartet um +29% auf CHF 6.19 Mrd. Die Dividende für 2019 will Credit Suisse auf CHF 0.28 pro Aktie erhöhen, was im Einklang mit dem Plan stehe, die Ausschüttung jährlich um mindestens fünf Prozent zu steigern. Im Ausblick für das laufende Jahr blieb die Bank vorsichtig optimistisch.

Blick in den Rückspiegel zeigt schwache Industrieproduktion im Euroraum

Die Produktion der Industrie in der Eurozone schwächte sich Ende 2019 nochmals ab. Den gestern veröffentlichten Daten des Statistikamts Eurostat zufolge, ging die Produktion um -2.1% zum Vormonat so stark zurück wie seit Februar 2016 nicht mehr. Insbesondere die Herstellung von Investitionsgütern, die als wichtiges Konjunkturbarometer gelten, ging um -4% zurück. Im Gesamtjahr 2019 stellten Industriefirmen im Euroraum -1.7% weniger Güter her als 2018, was teilweise auf die Unsicherheitsfaktoren Handelskonflikt und Brexit zurückzuführen sein dürfte.

China bleibt wichtigster Handelspartner Deutschlands

Exporte und Importe zusammengenommen bleibt China der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Zusammengefasst tauschten die beiden Länder 2019 Waren im Volumen von EUR 206 Mrd. aus, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Die Importe aus China stiegen um +3.4% auf EUR 110 Mrd. womit die Volksrepublik für den grössten Anteil der Importe nach Deutschland verantwortlich zeichnet. Grösster Exportkunde der deutschen Wirtschaft blieben die USA. Die Ausfuhren nahmen im letzten Jahr um +4.7% auf knapp EUR 119 Mrd. zu. Zweitwichtigster Abnehmer deutscher Exporte ist Frankreich, wohin die Ausfuhren um +1.4% auf EUR 107 Mrd. zu nahmen. Die Exporte nach China nahmen 2019 um +3.2% zu und beliefen sich auf EUR 96 Mrd. Das grösste Ungleichgewicht in Deutschlands Handelsbilanz besteht mit den USA. Die Exporte übertrafen die Importe um mehr als EUR 47 Mrd., wobei die deutschen Ausfuhren in die USA deutlich stärker zulegten, als die Importe aus den USA. Obwohl der Überschuss damit rund EUR 1.5 Mrd. geringer ausfiel als 2017, dürfte dieses Ungleichgewicht dem Weissen Haus nach wir vor ein Dorn im Auge sein. Sobald sich die USA mit China im Handelskonflikt einigt, dürfte US-Präsident Trump sein Augenmerk in Sachen Handel wieder verstärkt in Richtung Europa richten.

Schwedens Zentralbank ohne Handlungsbedarf

Einstimmig beschloss die Riksbank ihren Leitzins unverändert bei null Prozent zu belassen und bekräftigte einen längerfristig stabilen geldpolitischen Kurs. Dies nachdem die Notenbank Ende 2019 als erste grosse Zentralbank ihre Negativzinspolitik beendet hatte und den Schlüsselzins um einen viertel Prozentpunkt erhöhte. Sowohl die schwedische Wirtschaft als auch die Weltwirtschaft hätten sich im Rahmen der eigenen Prognosen entwickelt, kommentierte die Zentralbank.

Auch Neuseelands Notenbank belässt Leitzins unverändert

Die Zentralbank von Neuseeland sieht derzeit keine Notwendigkeit ihre Geldpolitik anzupassen. Der Leitzins verharrt damit auf dem Rekordtief von +1.0%. Solange das Coronavirus keine unerwartet starken Einflüsse auf die konjunkturelle Entwicklung der eigenen Wirtschaft habe, sei eine Zinssenkung nicht notwendig. In der Folge des Notenbankentscheids legte der Neuseeland-Dollar (NZD) gegenüber allen wichtigen Währungen zu.

 

Wirtschaftskalender 13. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Verbraucherpreise (J/J) +1.6%
14:30 US Verbraucherpreise (M/M) +0.2%
14:30 US Verbraucherpreise (J/J) +2.3%
14:30 US Kern-Verbraucherpreise (J/J) +2.3%

Unternehmenskalender 13. Februar

Land Unternehmen Periode
CH Credit Suisse J19
CH Clariant J19
CH Zurich Insurance J19
CH Syngenta J19
GB Barclays J19
GB RELX J19
US Duke Energy Q4

 

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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