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LGT Navigator: Coronavirus nagt an den Nerven

18. November 2021

Inflationssorgen, eine absehbar straffere Geldpolitik, getrübte Konjunkturaussichten und insbesondere eine wieder deutlich verschärfte Pandemieentwicklung sorgen aktuell für eine zurückhaltende Stimmung an den Aktienmärkten. Viele Länder Europas sehen sich gezwungen angesichts der drastisch steigenden Infektionszahlen und der vielerorts nach wie vor ungenügenden Impfquote erneut Massnahmen, Lockdowns oder Einreisebeschränkungen zu verhängen. Ein Szenario, dass noch vor Kurzem vielfach ausgeschlossen wurde und im Zusammenhang mit der fragilen Konjunkturerholung und dem explosiven Inflationsrisiko ein gefährlicher Mix für Anleger.

Coronavirus nagt an den Nerven

In Asien zeigte sich das Börsenbild am Donnerstag durchzogen. In Hongkong verlor der Hang Seng-Index rund -1.3%. Auf die Stimmung drückte die Besorgnis über die weiteren Gewinnaussichten der Technologiewerte und ein Einbruch des Schwergewichts Alibaba um fast 5%. Ins Gewicht fielen auch die negativen Vorgaben aus Übersee. So schloss der Dow Jones Industrial gestern -0.58% tiefer bei 35'931.05 Punkten und der marktbreite S&P 500 gab um -0.26% auf 4'688.67 Zähler nach.

Mit Spannung erwartete Nominierung an der US-Notenbankspitze

US-Präsident Joe Biden könnte noch in dieser Woche seine Wahl für den nächsten Vorsitz der US-Notenbank bekannt geben. Inmitten des extrem herausfordernden Umfelds der anhaltenden Pandemie, der bevorstehenden geldpolitischen Wende, eines potenziell überschiessenden Inflationsrisikos und einer fragilen Konjunkturerholung ist die Besetzung der Spitzenposition der Federal Reserve von weitreichender Tragweite. Das Rennen dürfte sich zwischen dem amtierenden Fed-Vorsitzenden Jerome Powell und der Fed-Gouverneurin Lael Brainard entscheiden. Die Ökonomin Brainard ist bekannt für eine «dovishe» Einstellung und unterscheidet sich von Powell vor allem durch ihre härtere Haltung in Sachen Bankenregulierung.

Inflationsdruck im Euroraum nimmt weiter zu

In den Euroländern sind die Verbraucherpreise im Oktober weiter gestiegen. Die jährliche Inflationsrate kletterte dabei von +3.4% im September auf +4.1%. Im Monatsvergleich stiegen die Konsumentenpreise in der Eurozone um +0.8%. Die Kernteuerung, ohne Berücksichtigung der vielfach volatilen Preise für Energie- und Lebensmittel, Alkohol und Tabak, erhöhte sich im Oktober auf +2.0% von +1.9% im Monat zuvor. Die Europäische Zentralbank (EZB) geht nach wie vor davon aus, dass sich der Inflationsdruck mittelfristig wieder abschwächen wird. Jedoch könnte es länger dauern als ursprünglich erwartet, gestand EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei der Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments letzte Woche ein.

Inflation in Grossbritannien erreicht Zehnjahreshoch

Im Vereinigten Königreich sind die Verbraucherpreise im Oktober so stark gestiegen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Auf Jahressicht betrug die Inflationsrate +4.2%, wie das Statistikamt ONS in London meldete. Damit sind die Konsumentenpreise schneller gestiegen als von Analysten im Schnitt mit +3.9% erwartet. Im September lag die Teuerungsrate noch bei «lediglich» +3.1%. Auch im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Lebenshaltungskosten stark um +1.1%. Zu Buche schlugen vor allem auch höhere Preise für Transportdienste sowie Restaurants und Hotels. Vor diesem Hintergrund scheint eine baldige erste Zinserhöhung der Bank of England – höchstwahrscheinlich am 16. Dezember – absehbar.

Deutsche Industrie mit vollen Auftragsbüchern

Bei der deutschen Industrie stauen sich die Bestellungen. So erreichte der Auftragsbestand im September ein neues Rekordniveau und stieg im Vergleich zum Vormonat kräftig um +2.4%. Dies, nachdem bereits im Juni, Juli und August Höchststände registriert wurden. Das Problem ist aber, dass die Auftragseingänge sich in den letzten Monaten stärker entwickelten als die Umsätze, was bedeutet, dass die Unternehmen angesichts der Lieferkettenprobleme nicht in der Lage sind die neuen Aufträge abzuarbeiten.

Wirtschaftskalender 18 November

MEZ Land Indikator Letzte Periode
14:30 USA Philly Fed Industrieindikator (November) +24.2
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 267'000
16:00 USA Frühindikator (Oktober, M/M) +0.2%

 

Unternehmenskalender 18. November

Land Unternehmen Periode
CN Alibaba Q2
CH Holcim Kapitalmarkttag
CH Zurich Insurance Investorentag
DE Thyssen Krupp Jahreszahlen
ESP BBVA Investorentag
USA Applied Materials  Q4
USA Macy's  Q3

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.