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LGT Navigator: Das Cornonavirus bleibt das bestimmende Thema

10. Februar 2020

Ein stärker als erwartetes Beschäftigungswachstum unterstreicht die Stärke des amerikanischen Arbeitsmarktes und dürfte die US-Notenbank weiterhin an der Seitenlinie halten. Auch für US-Präsident Donald Trump sind die starken Jobzahlen im anlaufenden Wahlkampf ein Trumpf. An den Börsen überwiegt aber weiterhin die Sorge um eine Ausbreitung des Coronavirus. Unterdessen warnt auch die US-Notenbank vor den Auswirkungen der Epidemie auf die Weltwirtschaft. Vor diesem Hintergrund verzeichneten die Börsen bereits in New York und auch heute Morgen in Asien Verluste.

Coronavirus

Angesichts der weiter ansteigenden Zahl der Infektionen und Todesfälle durch das Coronavirus bleibt die Stimmung an den Kapitalmärkten von Vorsicht geprägt. Gemäss der chinesischen Gesundheitskommission sind landesweit 97 neue Todesfälle bestätigt. Damit sind bislang mehr als 908 Menschen in China dem Virus zum Opfer gefallen. Die Zahl der neu nachgewiesenen Erkrankungen stieg um 3062 auf 40 171 Fälle. Chinas Zentralbank kündigte unterdessen an, mit weiteren Massnahmen die Wirtschaft zu stützen. Neben Zinssenkungen versucht die chinesische Notenbank Unternehmen im Kampf gegen das Virus zu unterstützen, indem Banken angewiesen werden, den Firmen spezielle Kredite zu gewähren, um die Produktion zu gewährleisten.

Anhaltend starkes Jobwachstum in den USA – Fed-Powell-Rede im Blick

Der US-Arbeitsmarkt zeigt weiterhin Stärke. So entstanden zu Jahresbeginn 225'000 neue Arbeitsplätze, deutlich mehr als von Analysten im Schnitt mit 165'000 erwartet. Da trübt auch ein minimaler Anstieg der Arbeitslosenrate von 3.5% auf 3.6% nicht das gesamtheitlich positive Bild. Die US-Notenbank (Federal Reserve) dürfte sich durch die neusten Arbeitsmarktdaten bestätigt fühlen, vorerst auf eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik zu verzichten und abzuwarten, wie sich die bereits getätigten Zinssenkungen auf die Realwirtschaft auswirken. In dieser Woche steht auch US-Notenbankchef Jerome Powell wieder im Scheinwerferlicht, wenn er am Dienstag vor dem Finanzausschuss des US-Kongresses seinen regelmässigen Rechenschaftsbericht ablegen wird.

US-Finanzminister warnt vor negativen Effekte auf das Wirtschaftswachstum

Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin bestätigte, dass die US-Regierung ihre Erwartung für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr gesenkt hat. Hintergrund seien einerseits die Schwierigkeiten beim US-Flugzeughersteller Boeing wegen des Flugverbots des 737 Max-Modells und andererseits die potenziellen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts könne in diesem Jahr möglicherweise weniger als 3% betragen, warnte Mnuchin. In Bezug auf den anhaltenden Handelskonflikt mit China meinte der Finanzminister, dass die Regierung bereit sei, die Zölle auf chinesischen Importe als Teil eines «Phase-2»-Abkommens zu senken. Jedoch wolle Washington die Zölle noch aufrechterhalten, um China dazu zu veranlassen, sich weiter auf die nächste Phase der Gespräche zuzubewegen.

Rekordhohe deutsche Exporte, jedoch mit weniger Schwung

Obwohl das Wachstum der deutschen Exporte angesichts der geopolitischen Unsicherheiten im vergangenen Jahr an Dynamik eingebüsst hat, verzeichnete die grösste Volkswirtschaft Europas dennoch ein neues Rekordhoch. Die Ausfuhren stiegen im Gesamtjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um +0.8% auf EUR 1.327 Billionen.

Schwache Industrieproduktion in europäischen Kernländern

In Deutschland, Frankreich und Spanien hat sich die Industrieproduktion im Dezember letzten Jahres deutlich abgeschwächt. Die Produktion der deutschen Industrie brach regelrecht um -3.5% zum Vormonat ein. Das ist der stärkste Rückgang seit Anfang 2009. Auch in Frankreich ging die Produktion im Dezember auf Monatsbasis um -2.8% zurück, womit der kräftigste Rückgang seit Anfang 2018 registriert wurde. In Spanien fiel die Gesamtproduktion Ende des Vorjahres gegenüber dem Vormonat um -1.4%, so stark, wie seit gut einem Jahr nicht mehr.

Neuer Chef will Credit Suisse in die nächste Wachstumsphase führen

Thomas Gottstein, designierter Konzernchef der Credit Suisse, will nach dem Restrukturierungskurs seines Vorgängers die nächste Wachstumsphase einleiten. Er glaube, dass die Bank in einer besseren Ausgangslage als jemals in den vergangenen Jahren sei, auch ein bedeutendes Bilanzwachstum zu erzielen, so Gottstein in einem Interview. Wachstumschancen sieht Gottstein insbesondere in asiatischen Schwellenländern, aber auch in anderen Schwellenländern sowie in reifen Märkten wie der Schweiz oder Westeuropa.

 

Wirtschaftskalender 10. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
02:30 CN Verbraucherpreise (J/J) +4.5%
02:30 CN Erzeugerpreise (J/J) -0.5%
08:00 NO Verbraucherpreise (J/J) +1.4%
08:30 CH Verbraucherpreise (J/J) -0.1%
08.30 CH Kern-Verbraucherpreise (J/J) +0.4%
08:30 CH Arbeitslosenrate (s.a.) 2.3%
08:30 FR Geschäftsklimaindex 96.5
10:00 IT Industrieproduktion (J/J) -3.7%
10:30 EZ Sentix-Konjunkturindex  +7.61

Unternehmenskalender 11. Februar

Land Unternehmen Periode
DE Daimler J19
FR Air Liquide J19

 

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.