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LGT Navigator: Der Druck nimmt konstant zu

11. November 2021

Der Inflationsdruck nimmt weiterhin in erschreckendem Tempo zu und erhöht zunehmend die Angst, dass die Phase steigender Preise länger anhalten könnte als angenommen und dadurch auch die Zentralbanken «hinter die Kurve» geraten. Wie neuste Daten zeigten, erklomm die Inflationsrate in den USA zuletzt den höchsten Stand seit 31 Jahren – eine Entwicklung die ja nicht nur auf die USA begrenzt ist. Der Druck auf die Zentralbanken dürfte zunehmen und auch den Druck auf die Aktienmärkte erhöhen.

Der Druck nimmt konstant zu

Der sich weiter beschleunigende Inflationsdruck bremste die Börsen zur Wochenmitte aus. Insbesondere an den amerikanischen Aktienmärkten sorgten nach der jüngsten Rally verstärkt Gewinnmitnahmen und eine höhere Risikoaversion der Investoren für fallende Kurse. Der Dow Jones Industrial schloss -0.66% tiefer bei 36'079.94 Punkte und der S&P 500 gab um -0.82% auf 4'646.71 Zähler nach. Noch stärker waren die Abgaben an der Technologiebörse Nasdaq wo die Indizes um knapp -1.5% zurückfielen. Tech-Aktien reagieren anfälliger auf eine steigende Inflation und eine in der Folge straffere Geldpolitik. Heute wird in den USA mit einem Feiertag der Veteranen gedacht. Die Aktienbörsen bleiben aber geöffnet, während an den Anleihenmärkten nicht gehandelt wird. 

In Asien sorgte die Nachricht, dass der hochverschuldete chinesische Immobilienkonzern Evergrande eine weitere Zinszahlung auf US-Dollar-Anleihen begleichen konnte, für eine bessere Anlegerstimmung. Der Nikkei 225 notierte +0.6% fester bei 29'277.86 Punkten und der Hang Seng in Hongkong legte um +0.7% zu. Die Börse in Shanghai schloss gut +1% höher.

Inflation in den USA steigt auf höchsten Stand seit 31 Jahren

Mit +6.2% ist die Inflationsrate in den Vereinigten Staaten im Oktober so hoch wie zuletzt im November 1990 – sprich ein 31-Jahreshoch! Die Geschwindigkeit des Anstiegs ist beeindruckend, notierte die US-Teuerungsrate im Monat zuvor doch noch bei +5.4%. Im Vergleich zum September stiegen die Konsumentenpreise ebenfalls kräftig um +0.9%. Auch die Kernrate, also ohne Berücksichtigung der volatilen Energie- und Lebensmittelpreise, erhöhte sich im Oktober auf +4.6% – ebenfalls der höchste Wert seit August 1991 – verglichen mit +4.0% im September. Einerseits ist der zunehmende Inflationsdruck sicherlich auf Basiseffekte der Coronakrise zurückzuführen, jedoch machen sich auch die lange anhaltende, ultra-lockere Geldpolitik und die billionenschweren Konjunkturprogramme bemerkbar. Bisher gehen viele Zentralbanken, allen voran das Fed und die EZB, nach wie vor von einem «nur» vorübergehenden Phänomen aus, jedoch dürfte die Skepsis wachsen und insbesondere auch die Inflationserwartungen dürften weiter zunehmen.

Inflationsrate in Deutschland klettert auf höchsten Stand seit 28 Jahren

In Deutschland drücken steigende Energiepreise und der Effekt der temporären Mehrwertsteuersenkung sowie die seit Jahresbeginn fällige CO2-Abgabe weiterhin die Inflation nach oben. Im Oktober erreichte die Teuerungsrate der Verbraucherpreise auf Jahressicht nun mit +4.5% das höchste Niveau seit 1993. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Lebenshaltungskosten im Schnitt um +0.5%.

Deutsche Wirtschaftsweise korrigieren Wachstumsprognose

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Sachverständigenrats im laufenden Jahr um +2.7% wachsen. Das ist deutlich weniger als noch in der Frühjahrsprognose im März mit +3.1% in Aussicht gestellt. Die Erholung habe sich im Sommer zwar fortgesetzt, allerdings werde sie durch vielfältige angebotsseitige Engpässe gedämpft, erklärten die Wirtschaftsweisen. Im nächsten Jahr soll Europas grösste Volkswirtschaft dann aber wieder kräftiger um +4.6% expandieren. Das Vorkrisenniveau aus dem Schlussquartal 2019 werde vermutlich im Q1 2022 wieder erreicht. Die Unsicherheit bleibe aber hoch, wird im Gutachten betont.

Mit Blick auf die Inflationsentwicklung rechnen die Ökonomen mit einer Inflationsrate von +3.1% in diesem Jahr, bevor die Teuerung 2022 wieder auf durchschnittlich +2.6% zurückgehen dürfte. Sollten die Engpässe sowie höhere Lohnabschlüsse und steigende Energiepreise aber länger anhalten, stelle dies ein erhebliches Risiko für die Prognose dar und könnte zu «persistent höheren Inflationsraten führen».

Wirtschaftskalender 11. November

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 USA Veteranen-Feiertag
08:00 GB BIP Q3 (Q/Q) +5.5%
08:00 GB Industrieproduktion (September, J/J) +3.7

 

Unternehmenskalender 11. November

Land Unternehmen Periode
CH Zurich Insurance 9M Umsatz
DE Merck KGaA Q3 
DE Siemens Jahresergebnis
DE RWE Q3
LUX ArcelorMittal Q3
NL Aegon Q3
IT Generali Q3
IT Pirelli Q3
GB Burberry H1
GB Aviva Q3

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

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