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LGT Navigator: Fed dürfte auf moderatem Lockerungskurs bleiben

7. Oktober 2019

Ein leicht geringeres als erwartetes Beschäftigungswachstum in den USA und relativ schwache Lohnzuwächse dürften die Fed auf Kurs halten, die Zinsen noch vor Jahresende nochmals zu lockern. An den Finanzmärkten fielen die Reaktionen auf den gemischt ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht und die Aussicht auf tiefere Leitzinsen verhalten positiv aus.

Den am letzten Freitag publizierten Daten zufolge war das Jobwachstum in der amerikanischen Wirtschaft im September etwas schwächer als von Analysten im Schnitt erwartet. Mit 136 000 neu geschaffenen Stellen blieb das Beschäftigungsplus hinter der Konsensprognose von 145 000 zurück. Allerdings wurden die Angaben für die beiden Vormonate kumuliert um 45 000 nach oben revidiert. Die in einer separaten Umfrage ermittelte Arbeitslosenrate fiel unterdessen von 3.7% im August auf 3.5% im September und erreichte damit das tiefste Niveau seit 50 Jahren. Trotz der historisch tiefen Arbeitslosenquote und des nach wie vor relativ soliden Beschäftigungswachstums stiegen die durchschnittlichen Stundenlöhne im September im Jahresvergleich mit +2.9% so gering wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr und deutlich schwächer als erwartet (Konsens +3.2%). Zusammen mit den weiterhin bestehenden geopolitischen Unsicherheiten und den ungewissen Implikationen für die Weltwirtschaft dürfte einer weiteren geldpolitischen Lockerung der US-Notenbank (Fed) am 11. Dezember wohl nichts im Wege stehen.

Memorandum gegen Draghis Niedrigzinspolitik

Kurz vor dem Ende der Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi steht die jüngst wieder voll auf Expansion ausgerichtete Notenbankpolitik scharf in der Kritik. So verfassten mehrere ehemalige Mitglieder der EZB ein Notenbanker Memorandum, in dem sie die von Draghi getragene Niedrigzinspolitik hart angreifen. Als ehemalige Zentralbanker und als europäische Bürger beobachten die Unterzeichner den anhaltenden Krisenmodus der EZB mit zunehmender Besorgnis. Mit der Wiederaufnahme des Ankaufs von Staatsanleihen liege der Verdacht nahe, dass dahinter die Absicht steckt, hochverschuldete Regierungen vor einem Anstieg der Zinsen zu bewahren. Aus ökonomischer Sicht habe die EZB die Grenze zur Finanzierung von Staatshaushalten bereits überschritten. Unter den Autoren finden sich beispielsweise Ex-Bundesbankchef Helmut Schlesinger oder Christian Noyer, früher Chef der französischen Zentralbank, Nout Welling, ehemaliger Chef der niederländischen Notenbank sowie die beiden ehemaligen EZB-Chefökonomen Otmar Issing und Jürgen Stark.

Johnson erwägt Verlängerung der Brexit-Deadline

Eigentlich wollte der britische Premierminister Boris Johnson den Brexit notfalls auch ohne Vertrag durchziehen, jedoch verpflichtet ihn ein vom Parlament beschlossenes Gesetz, bei der EU um eine Verlängerung zu bitten. Johnson bestätigte nun, dass er, falls bis zum EU-Gipfel am 19. Oktober keine Einigung mit Brüssel erreicht wird, um eine Verlängerung der Brexit-Deadline ersuchen werde. Inzwischen bestätigte eine aktuelle Umfrage der British Chambers of Commerce’s (BCC), dass sich die britische Wirtschaft im dritten Quartal angesichts der Brexit-Unsicherheiten deutlich abgeschwächt hat. Der Umsatz in der Industrie sei im Q3 so stark gesunken wie seit Ende 2011 nicht mehr und auch im Dienstleistungssektor sei die Abkühlung spürbar. Die Ergebnisse der Umfrage unter rund 6 600 Unternehmen deuteten auf einen besorgniserregenden Rückgang der Wirtschaftsaktivität hin, kommentierte die Handelskammer. Nach dem von Premierminister Boris Johnson in Brüssel eingereichten Vorschlag bleibt völlig offen, ob es noch gelingt, einen geregelten Austritt Grossbritanniens aus der EU zu gewährleisten.

Indiens Notenbank weiterhin auf Lockerungskurs

Das schwächste Wirtschaftswachstum seit rund sechs Jahren im zweiten Quartal dieses Jahres und die zunehmenden Schwächezeichen der Weltwirtschaft in Folge des Handelskonflikts belasten auch Indiens Volkswirtschaft. Vor diesem Hintergrund senkte die indische Zentralbank am Freitag den Leitzins bereits zum fünften Mal um neuerliche 25 Basispunkte auf 5.15%. Die Notenbank sieht auch weiterhin noch Spielraum die Zinsen weiter zu lockern, um auf die aktuellen Wachstumssorgen zu reagieren. Zeitgleich reduzierte die Notenbank auch ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 6.9% auf 6.1%.

Wirtschaftskalender 7. Oktober

MEZ Land Indikator Aktuell
08:00 DE Auftragseingang Industrie (J/J) -5.6%
10:30 EZ Sentix-Investorenstimmungsindex -11.1

Unternehmenskalender 8. Oktober

Land Unternehmen Periode
CH Aryzta J

 

 

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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Konsumentenpreise (J/J)
MEZLandIndikatorAktuell09:15ESMarkit PMI52.109:45ITMarkit PMI50.109:50FRMarkit PMI51.709:55DEMarkit PMI51.410:00EUMarkit PMI51.510:30GBMarkit/CIPS PMI49.710:30EUSentix: Investorenvertrauen-5.815:45USMarkit PMI51.616:00USISM PMI: Dienstleistungen55.1