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LGT Navigator: Fed-Währungshüter uneinig über weiteren Kurs

10. Oktober 2019

Bei der jüngsten Fed-Sitzung im September war der Handelsstreit das bestimmende Thema. Das ging aus dem gestern veröffentlichten Sitzungsprotokoll hervor. Allerdings bewerten die Fed-Mitglieder die damit verbundenen Konsequenzen für die US-Wirtschaft unterschiedlich.

Während einige Währungshüter auf steigende Rezessionsrisiken hindeuten, sehen andere in dem Handelskonflikt und den damit zusammenhängenden Unsicherheiten keine Gefahr für einen Wirtschaftsabschwung in den USA. Einigkeit im Führungskreis der Fed herrscht laut den Protokollen indes darüber, dass über eine Ausweitung der eigenen Bilanz gesprochen werden muss. Der US-Notenbankpräsident Jerome Powell kommunizierte am Dienstagabend im Rahmen einer Wirtschaftskonferenz in Denver, dass er mit dem Kauf von Wertpapieren gegen die Spannungen auf dem US-Geldmarkt vorgehen wolle. Ausserdem hat er eine weitere Zinssenkung in diesem Jahr signalisiert. Man werde schon bald Massnahmen zur Aufstockung des Angebots an Liquidität auf den Weg bringen, sagte Powell. Der Notenbankchef deutete in diesem Zusammenhang den Kauf von Geldmarktpapieren (T-Bills) an, also von Wertpapieren mit kurzer Laufzeit.

Powell machte deutlich, dass der Kauf von Geldmarktpapieren mit kurzer Laufzeit keine Rückkehr zum Kaufprogramm von Staatsanleihen darstelle. Die Massnahme ziele vielmehr darauf ab, Spannungen am US-Geldmarkt zu verhindern. Zuletzt hatten amerikanische Banken Probleme bei der Abwicklung von Tagesgeschäften. Zeitweise mussten hohe Zinsen für die täglich benötigten Finanzmittel gezahlt werden. Die US-Notenbank Fed reagierte darauf und stellt den Banken derzeit täglich hohe zweistellige Milliardenbeträge zur Verfügung.

Darüber hinaus lieferte Powell auch neue Hinweise auf die weitere Entwicklung der Zinsen in den USA. Der Notenbanker verglich die aktuelle Situation in den USA mit der Lage in den 1990er Jahren. Damals hatte die Fed die Leitzinsen dreimal gesenkt, um den Aufschwung der Wirtschaft zu stabilisieren. Beobachter werten die Aussagen Powells als Hinweis auf eine dritte Zinssenkung 2019.

Milliardenstrafe belastet Johnson & Johnson

Die Aktien des US-Konzerns Johnson & Johnson (J&J) gaben am Mittwoch im vorbörslichen Handel 1.8% nach, als bekannt wurde, dass das Unternehmen am Dienstag zu Schadenersatz in Höhe von acht Milliarden US-Dollar verurteilt wurde. Die Milliardenstrafe wurde verhängt, weil J&J nicht ausreichend vor Nebenwirkungen des Medikaments Risperdol gewarnt hatte, das bei psychischen Erkrankungen eingesetzt wird. Der Konzern erklärte, er sei zuversichtlich, dass das Urteil aufgehoben werde. Risperdol wurde 1993 für die Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen bei Erwachsenen zugelassen. Der jetzt 26 Jahre alte Kläger hatte das Mittel 2003 erhalten. Er erklärte, nach der Einnahme des Medikaments seien ihm Brüste gewachsen. Ärzte in den USA dürfen Medikamente verschreiben, wenn sie das als nötig ansehen. Unternehmen dürften ihre Mittel aber nur für die zugelassenen Fälle vermarkten. Die Kläger werfen J&J vor, Risperdol auch für den nicht genehmigten Einsatz bei Kindern beworben zu haben.

OECD schlägt höhere Besteuerung von grossen Internetkonzernen vor

Die Industriestaaten-Organisation OECD hat Vorschläge für eine Reform der internationalen Besteuerung von Grosskonzernen vorgelegt. Demnach bekämen Regierungen mehr Möglichkeiten, vor allem Internetfirmen höher zu besteuern. Die Details für eine genaue Formel zur Berechnung müssen allerdings noch ausgehandelt werden. Wie stark die Unterstützung für die Vorschläge der OECD ausfällt, dürfte sich nächste Woche im Rahmen eines Treffens der Finanzminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Washington zeigen. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire begrüsste die Vorschläge bereits als «sehr gut». Hintergrund für den OECD-Vorschlag sind die legalen, aber oft kritisierten Praktiken grosser Internet-Riesen wie Google und Facebook, die häufig Niedrigsteuerländer nutzen. Dort buchen sie ihre Gewinne, obwohl die Kunden in anderen Staaten domiziliert sind. Mehr als 130 Länder haben die OECD deswegen um Reformvorschläge gebeten. Denn der Druck nimmt zu: Länder wie Frankreich haben bereits eigene Digitalsteuern eingeführt, was die USA heftig kritisieren. OECD-Generalsekretär Angel Gurria sagte, wenn es 2020 keine globale Lösung gebe, würden immer mehr Länder eigene Wege gehen. «Wir dürfen das nicht zulassen», so Gurria.

Grossbritanniens Qual der Wahl: Brexit verzögern oder ohne Abkommen aus der EU austreten?

Der Chef des Europäischen Parlaments, David Sassoli, sagte am Mittwoch, dass bei den Brexit-Gesprächen «keine grossen Fortschritte» erzielt wurden und dass das Vereinigte Königreich nun eine Verzögerung des geplanten Brexits am 31. Oktober beantragen oder ohne geregelte Vereinbarung aus der EU austreten müsse. «Das Europäische Parlament ist natürlich offen für die Möglichkeit einer Fristverlängerung, wenn es dafür konkrete objektive Gründe gibt», sagte Sassoli vor einer Plenarsitzung des Hauses. «Die Beantragung einer Firstverlängerung ist das Vorrecht des Vereinigten Königreichs».

Wirtschaftskalender 10. Oktober

MEZ Land Indikator Aktuell
08:00 DE Exporte (M/M) -0.89%
08:00 DE Importe (M/M) 0.49%
08:45 FR Industrieproduktion (J/J) 0.11%
10:00 IT Industrieproduktion (J/J) -1.80%
10:30 GB Industrieproduktion (J/J) -0.80%
14:30 US Konsumentenpreise (J/J) 1.81%
14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung (in Tsd.) 219.45

Unternehmenskalender 15. Oktober

Land Unternehmen Periode
US Citigroup Q3
US Goldman Sachs Q3
US Johnson & Johnson Q3
US JPMorgan Chase Q3

 

 

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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MEZLandIndikatorAktuell09:15ESMarkit PMI52.109:45ITMarkit PMI50.109:50FRMarkit PMI51.709:55DEMarkit PMI51.410:00EUMarkit PMI51.510:30GBMarkit/CIPS PMI49.710:30EUSentix: Investorenvertrauen-5.815:45USMarkit PMI51.616:00USISM PMI: Dienstleistungen55.1