Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

LGT Navigator: «Forward Guidance» der EZB verspricht weiterhin offene Geldschleusen

23. Juli 2021

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet ihre Leitzinsen auf Rekordtief sowie das Gesamtvolumen des Pandemiekaufprogramms unverändert belassen, jedoch die «Forward Guidance», sprich die Ausrichtung ihrer Geldpolitik, angepasst. Die EZB wird demnach angesichts des Risikos, dass die Coronavirus-Delta-Variante die Erholung im Euroraum gefährdet, noch für längere Zeit die Geldschleusen offenhalten, und die Zinswende in Europa scheint in weitere Ferne gerückt.

«Forward Guidance» der EZB verspricht weiterhin offene Geldschleusen

Die Aussicht auf eine anhaltende expansive Geldpolitik der EZB hat gestern die Erholung an den meisten europäischen Börsen unterstützt. Der EuroStoxx 50 schloss +0.8% höher bei 4'059.05 Punkten. Der Leitindex für die Eurozone legte in den letzten drei Tagen um mehr als drei Prozent zu und liess damit den kurzzeitigen Einbruch vom Wochenbeginn vergessen.

An der Wall Street setzte sich der positive Trend fort, wobei insbesondere bei den Standardwerten der Schwung etwas verloren ging. Der Dow Jones Industrial schaffte am Schluss gerade mal ein knappes Tagesplus von +0.07% und ging bei 34'823.35 Zählern aus dem Rennen. Auch der breite S&P 500 hatte Mühe und schloss +0.2% höher bei 4'367.48 Punkten. Ein Stimmungsdämpfer war in den schlechter als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten zu finden. So stiegen entgegen der Erwartung eines Rückgangs die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche  um 51’000 Anträge an. Mehr Dynamik zeigte die Technologiebörse Nasdaq. Kursgewinne von Facebook (+4.8%), Microsoft (+2.4%) oder Amazon (+1.9%) trieben den Nasdaq 100 um +0.66% auf 14'940.17 Punkte und damit wieder in die Griffweite des Rekordhochs.

Während in Tokio die Börse heute wegen eines Feiertages erneut geschlossen bleibt, tendierten die meisten Aktienindizes in Asien zum Wochenschluss leicht negativ. Dominant ist weiterhin die Sorge um die Ausbreitung der Coronavirus-Delta-Variante in dem vielfach nur spärlich geimpften, bevölkerungsreichsten Kontinent. In China notiert der Shanghai Composite rund -0.8% im Minus, der CSI 300 verliert gar -1.3% und in Hongkong gibt der Hang Seng-Index um etwa -1.1% nach.

EZB-Chefin Lagarde konkretisiert symmetrisches Inflationsziel

Die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, machte anlässlich des gestrigen Zinsentscheids klar, dass eine erste Zinserhöhung noch in weiter Ferne liegt. Die Leitzinsen werden gemäss Lagarde so lange auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben, bis eine mittelfristige Stabilisierung der Inflation bei 2% erkennbar ist. Das Inflationsziel soll «deutlich vor dem Ende, respektive in etwa der Mitte des Projektionszeitraums» erreicht werden. Dies bedeutet, dass die EZB unter der neuen Strategie, die mehr Flexibilität bei der Erreichung des Inflationsziels verspricht, in der Mitte des neuen Projektionshorizonts eine jahresdurchschnittliche Inflation von 2% prognostizieren müsste. Letztmals hat die EZB im Juni für 2022 und 2023 eine Inflationsrate von 1.5%, resp. 1.4% in Aussicht gestellt. Im September wird die Notenbank dann ihre neuen Projektionen vorstellen. Da die angepasste «Forward Guidance» ausdrücklich impliziert, dass das Inflationsziel überschritten werden kann, besteht weiterhin auch die Möglichkeit, dass die EZB die Leitzinsen sogar weiter senken könnte.

G20-Umweltministertreffen soll Klimaschutz einen Schritt weiterbringen

Nachdem die führenden G7-Wirtschaftsnationen anlässlich des Spitzentreffens in Grossbritannien im Juni mehr Klimaschutz versprochen haben, steht nun der gestern gestartete Gipfel der G20-Umweltministertreffens in Neapel im Mittelpunkt. Das Treffen dient der Vorbereitung des G20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs Ende Oktober in Rom. Nach Aussagen des US-Klimaschutzbeauftragte John Kerry soll der von den G7-Staaten in der Umwelt- und Klimapolitik eingeschlagene Pfad in der G20-Runde fortgesetzt werden. Es sei aber mit Differenzen bei der Klimapolitik zu rechnen, warnte Kerry.

Wirtschaftskalender 23. Juli

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 JP Feiertag
08:00 GB Einzelhandelsumsätze (Juni, M/M) -1.4%
09:15 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Juli) 59.0
09.30 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Juli) 60.1
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Juli) 59.5
10:30 GB IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Juli) 62.2
12:30 RUS Bank of Russia Zinsentscheid
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Juli) 63.7

 

Unternehmenskalender 23. Juli

Land Unternehmen Periode
CH Schindler Q2
CH Lonza H1
CH BB Biotech Q2
FR Thales H1
SWE Volvo H1
DK Danske Bank Q2
GB Vodafone Q1 Umsatz
USA American Express Q2
USA Honeywell Q2

  

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.