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LGT Navigator: Ginsburg-Nachfolge überschattet US-Wahlkampf und belastet Börsenstimmung

21. September 2020

Der Streit um die Nachfolge der verstorbenen liberalen Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg wird zum grossen Thema im laufenden Präsidentschaftswahlkampf in den USA und sorgt auch an den Kapitalmärkten für Besorgnis.

Ginsburg-Nachfolge überschattet US-Wahlkampf und belastet Börsenstimmung

US-Präsident Donald Trump und die republikanische Mehrheit im Senat beabsichtigt, die freigewordene Stelle im Supreme Court sofort zu besetzen, um damit die konservative Mehrheit im Obersten Gericht noch vor den Wahlen auszubauen –wohl auch mit der Absicht, bei einem juristisch umstrittenen Wahlausgang bessere Karten zu haben. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden bekräftigte hingegen seine Forderung, dass die Stelle durch den Sieger der Präsidentenwahl am 3. November besetzt werden soll. Für die Demokraten ist es deshalb auch von entscheidender Bedeutung, bei der Wahl Sitze im Senat zu gewinnen. Derzeit halten die Republikaner eine Mehrheit von 53 der insgesamt 100 Senatssitze. Bei dieser Wahl gilt es, 35 Senatssitze ­ 23 republikanische und 12 demokratische ­ neu zu besetzen.

Der politische Streit um das Oberste Gericht sowie die Hängepartie im Streit um das Corona-Konjunkturpaket sorgt an der Wall Street für schlechte Stimmung. Am Freitag gaben die wichtigsten Indizes jeweils rund ein Prozent nach. Der Dow Jones Industrial ging mit einem Tagesverlust von -0.88% bei 27 657.42 Punkten ins Wochenende. Der marktbreite S&P 500 fiel um -1.2% auf 3 319.47 Zähler und der Nasdaq 100 gab um -1.3% auf 10 936.98 Punkte nach. An den asiatischen Aktienmärkten verlief der Wochenstart uneinheitlich. Neben den politischen Querelen in Washington drücken auch die steigenden Corona-Fallzahlen in Europa sowie die nach wie vor fragile Pandemielage insbesondere in den USA auf die Anlegerstimmung. In Tokio bleibt die Börse aber aufgrund von Feiertagen bis Mittwoch geschlossen.

Im Fokus steht in dieser Woche auch wieder US-Notenbankchef Jerome Powell, der diesen Dienstag, Mittwoch und Donnerstag vor den Finanzausschüssen des US-Kongresses Rede und Antwort stehen wird.

US-Regierung strebt Allianz von Tiktok mit Oracle und Walmart an

Im Streit um das US-Geschäft der chinesischen Video-Plattform Tiktok hat US-Präsident Donald Trump einer Vereinbarung zugestimmt, in deren Rahmen Tiktok mit Oracle und Walmart eine Partnerschaft eingehen will. Oracle erklärte, eine 12.5%ige Beteiligung am neuen Unternehmen halten zu wollen und einen sicheren Cloud-Service für Daten auf der beliebten App bereitzustellen. Walmart will 7.5% von Tiktok Global übernehmen und sich um den Bereich E-Commerce, Fulfillment, Zahlungen und andere Dienstleistungen für das neue Unternehmen kümmern. Das US-Handelsministerium hat daraufhin die für Sonntag geplante Sperre der Tiktok-App einstweilen um eine Woche verschoben. Der Eigentümer von Tiktok, die in Peking ansässige Bytedance, soll einen Anteil von rund 80% am Unternehmen behalten. Die chinesische Regierung muss einem Deal aber ebenfalls zustimmen. Hintergrund des seit längerem schwelenden Streits ist der Vorwurf von amerikanischer Seite, dass Tiktok die nationale Sicherheit der USA gefährde, da mithilfe der App Bewegungsprofile von Bundesbeamten erstellt und Firmen ausspioniert werden könnten.

US-Konsumenten trotz anhaltender Pandemie wieder optimistischer

Die Stimmung der amerikanischen Verbraucher hat sich im September den vorläufigen Umfrageergebnissen der Universität Michigan zufolge stärker verbessert als erwartet. Das Vertrauensbarometer kletterte von 74.1 auf 78.9 Punkte, während Analysten im Schnitt mit einem Wert von 75.0 Zählern gerechnet hatten. Die befragten Privathaushalte schätzten ihre Aussichten, wie auch ihre aktuelle Lage, trotz der nach wie vor schwierigen Pandemielage in den USA mit fast 200 000 Todesopfern zuversichtlicher ein als im Monat zuvor.

EZB-Vertreter plädiert für weitere Konjunkturstimulierung

Der spanische Notenbankchef und EZB-Ratsmitglied Pablo Hernandez de Cos sieht angesichts der Corona-Krise die Zentralbank weiterhin in der Pflicht, die Euro-Wirtschaft mit neuen geldpolitischen Hilfen zu unterstützen, nachdem sich im August die wirtschaftliche Erholung verlangsamt habe. Die EZB müsse evtl. neue Impulse hinzufügen, um ihre Ziele zu erreichen, meinte der Zentralbanker. Laut Financial Times soll die EZB eine Überprüfung ihres Pandemie-Bondkaufprogramms erwägen; im Fokus soll dabei die Frage stehen, wie lange das Programm fortgesetzt werden soll und ob seine Flexibilität auch auf ältere Programme ausgeweitet werden könnte. Unterdessen meinte die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel, dass der Euroraum noch lange mit den negativen konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen haben werde. Es dürfte Jahre dauern, bis die wirtschaftlichen Folgen der Krise vollständig überwunden seien. Um zu nachhaltigem Wachstum zurückzukehren, müsse in Zukunftsbereiche wie die ökologische Transformation oder in die digitale Transformation investiert werden, so Schnabel.

Inflation bleibt in Japan inexistent

Trotz der extrem lockeren Geldpolitik der Zentralbank bleibt die Inflation in Japan chronisch schwach. Die Teuerungsrate betrug im August auf Jahressicht gerade mal +0.2% und die Kerninflationsrate fiel im August mit -0.4% sogar wieder in den negativen Bereich. In den beiden Vormonaten hatte die Kernteuerung null Prozent betragen. Der praktisch nicht existente Preisauftrieb dürfte durch die jüngste Massnahme zur Eindämmung der Corona-Effekte noch gedämpft worden sein. Mit Preisreduktionen im Tourismusbereich versucht die Regierung zumindest den inländischen Tourismus und damit auch die Wirtschaft inmitten der Corona-Krise zu stützen.

 

 

Wirtschaftskalender 22. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
16:00 USA Absatz bestehender Eigenheime (August, M/M) +24.7%
16:00 USA Absatz bestehender Eigenheime (August, J/J) +5.9%

 

Unternehmenskalender 24. September  

Land Unternehmen Periode
USA  Nike Q1

 

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.