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LGT Navigator: Inflation, der zunehmende Risikofaktor

19. Februar 2021

An den Kapitalmärkten bleibt das Szenario einer Rückkehr der Inflation derzeit das Hauptgesprächsthema. Wird eine womöglich kräftige Erholung der Weltwirtschaft – angetrieben durch die massiven fiskalpolitischen Konjunkturpakete und die ultra-expansive Geldpolitik – die Inflation nach der Coronakrise befeuern und damit einerseits die Anleiherenditen steigen lassen und andererseits die stolz bewerteten Aktien verstärkt unter Druck bringen? Anzeichen sind da, aber es scheint verfrüht, eine echte Evidenz ablesen zu können.

Inflation, der zunehmende Risikofaktor

Vor diesem Hintergrund werden Anleger verstärkt auf die Konjunktur- und Preisdaten blicken. Die gestern vorgelegten Wirtschaftszahlen aus den USA fielen gemischt aus. Einerseits erhöhten sich die Preise für in die USA eingeführte Güter zu Beginn des Jahres stärker als erwartet, andererseits trübte sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Februar ein und die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe legte in der vergangenen Woche überraschend zu. An der Wall Street standen die Inflationsbefürchtungen und Kursverluste bei Tech-Werten im Mittelpunkt. Der Dow Jones Industrial schloss -0.38% tiefer bei 31'493.34 Punkten und der S&P 500 verlor gegenüber dem Vortag -0.44% und sank auf 3'913.97 Punkte. Der Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 fiel zeitweise um -1.6% und beendete am Donnerstag den Handel mit einem Verlust von -0,45% bei 13'637.51 Zählern. Gleichzeitig kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf bis zu 1.32%.

Auf Unternehmensseite stand auch das Quartalsresultat von Walmart im Fokus. Zwar profitierte der weltgrösste Retailer von einem boomenden Onlinehandel, wurde aber auch durch hohe Kosten belastet, die schlussendlich zu einem Quartalsverlust führten. Belastet wurde die Aktie vor allem durch einen verhaltenen Geschäftsausblick. Die Aktie fiel um -6.5%.

US-Konjunkturdaten liefern ein Bild mit Licht und Schatten

Der viel beachtete Philly Fed-Industrieindex des Fed-Ablegers von Philadelphia fiel im Februar von 26.5 Punkten im Vormonat auf 23.1 Zähler zurück und deutete damit eine leichte Abschwächung des Erholungstrends an. Analysten hatten jedoch mit einem noch kräftigeren Rückgang auf 20.0 Punkte gerechnet. Wie beispielsweise der Empire State-Index der New Yorker Fed soll das regionale Geschäftsklimabarometer Aufschluss über den nationalen Trend in der US-Industrie liefern. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in den USA in der vergangenen Woche stärker als vermutet um 13'000 auf 861'000 Anträge. Analysten waren hingegen von einem kräftigen Rückgang auf 773'000 ausgegangen. Die Lage am US-Arbeitsmarkt bleibt damit weiterhin angespannt. Aktuell nehmen knapp 4.5 Mio. Amerikaner Arbeitslosenhilfe in Anspruch. Vom Immobilienmarkt kamen ebenfalls widersprüchliche Signale. Positiv zu vermerken ist ein stärker als antizipierter Anstieg der für die zukünftige Bautätigkeit aussagekräftigen Baugenehmigungen. Diese legten im Januar um 10.4% gegenüber dem Vormonat zu (Konsens +1.4%). Gleichzeitig gingen aber die Baubeginne um -6% auf Monatssicht zurück (Konsens -0.5%).

EZB gibt sich in Bezug auf die Inflationsentwicklung (noch) entspannt

Dem gestern publizierten Protokoll der letzten Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 21. Januar zufolge sind die Ratsmitglieder der Ansicht, dass sich die Wachstumsaussichten für den Euroraum trotz neuer Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kaum verändert haben. Diskutiert wurde auch der Anstieg der kurzfristigen Nominalzinsen. Laut EZB-Chefökonom Philip Lane müsse diese Entwicklung genau beobachtet werden. In Sachen Inflation zeigt sich die EZB aber dennoch entspannt: Ein vorübergehender Inflationsanstieg sollte nicht mit einem nachhaltigen verwechselt werden, der sich nur sehr langsam einstellen dürfte, kommentierte die Zentralbank.

Pandemiebekämpfung im Zentrum des G7-Gipfels

An dem heute beginnenden Online-Treffen der Gruppe der sieben grossen Wirtschaftsmächte (G7) wird vor allem die Coronakrise und deren Eindämmung im Mittelpunkt stehen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Impfkampagnen, die stärker koordiniert werden sollen. Den Vorsitz hat derzeit Grossbritannien. Erstmals nimmt auch der neue US-Präsident Joe Biden teil, der die USA sicherlich wieder als zuverlässigen Partner für die anderen G7-Länder Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und Japan etablieren will.

 

 

Wirtschaftskalender 19. Februar 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Einzelhandelsumsätze (Januar, J/J) +2.9%
08:45 FR Verbraucherpreise (Januar, J/J) +0.8%
09:15 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Februar) 47.7
09:30 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Februar) 50.8
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Februar) 47.8
10:00 IT Verbraucherpreise (Januar, J/J) -0.3%
10:30 GB IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Februar) 41.2
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Februar) 58.7
16:00 USA Verkäufe bestehender Eigenheime (Januar, M/M) +0.7%

 

Unternehmenskalender 19. Februar

Land Unternehmen Periode
CH Swiss Re Q4
CH Sika Q4
DE Allianz Q4
FR Danone Q4
FR Renault Q4
IT Eni Q4
USA Deere & Co Q4

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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