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LGT Navigator: Inflationssorgen dominieren die Börsenstimmung

10. November 2021

Vor dem Hintergrund eines anhaltend steigenden Inflationsdrucks zeigten sich Aktienanleger zurückhaltender und nutzten die hohen Niveaus zu Gewinnmitnahmen. Gleichzeitig legten die Renditen von US-Staatsanleihen zu. Mit Spannung werden heute die neusten Daten zu den US-Verbraucherpreisen erwartet. Ein kräftiger Anstieg der amerikanischen Erzeugerpreise deutete bereits auf einen anhaltenden Inflationsdruck hin.

Inflationssorgen dominieren die Börsenstimmung

Der Dow Jones Industrial gab zum Schluss -0.31% auf 36'319.98 Punkte nach. Der S&P 500 -gab ebenfalls um -0.35% auf 4'685.25 Zähler nach. Im Mittelpunkt standen die Aktien des Elektroautobauers Tesla, die am Dienstag um fast -12% eingebrochen sind. Zuvor hatten auch die europäischen Aktienindizes mehrheitlich nachgegeben. Insgesamt aber von hohem Niveau aus. Der EuroStoxx 50 schloss -0.18% tiefer bei 4'344.63 Punkten. In Asien tendierten die Aktienmärkte zur Wochenmitte tendenziell negativ und vor den heute Nachmittag anstehenden Verbraucherpreisdaten aus den USA dürfte dasselbe Bild heute auch an Europas Börsen zu erwarten sein.

Stärkster Anstieg der Erzeugerpreise in China seit 26 Jahren

In China erreichte das Preisniveau auf Produzentenebene im Oktober den höchsten Stand seit 1995. Angesichts der Energieknappheit und stark steigender Kohlepreise stiegen die Erzeugerpreise (PPI) im Vergleich zum Vorjahr um +13.5% (Analystenkonsens +12.4%) und damit stärker als im September (+10.7%).

Auch in den USA nimmt der Inflationsdruck von Seiten der Produzenten nimmt zu

Die Erzeugerpreise in den Vereinigten Staaten haben im Oktober kräftig zugelegt. Auf Jahressicht stiegen die Preise auf Produzentenebene um +8.6% und im Vergleich zum Vormonat um +0.6%. Getrieben wurde der Preisanstieg durch anhaltend höhere Transportkosten aufgrund gestörter Lieferketten sowie durch gestiegene Energie- und Rohstoffpreise. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stieg die Kernrate im Oktober um +6.2%. Der Anstieg der Erzeugerpreise fliesst zeitlich verzögert teilweise in die Verbrauchpreise ein und gilt deshalb als Frühindikator für die Inflationsentwicklung. Die aktuellen US-Verbraucherpreise werden heute Nachmittag mit Spannung erwartet.

EZB sollte sich auf höhere Inflation einstellen, warnt ein Ratsmitglied

Nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Klaas Knot sollte die Inflationsrate im Euroraum Ende nächsten Jahres wieder unter die Marke von zwei Prozent fallen, jedoch müsse sich die EZB auf ein weniger günstiges Szenario vorbereiten. Aus heutiger Sicht sei der steigende Inflationsdruck «weitgehend vorübergehender Natur» so Knot. Die treibenden Faktoren wie Engpässe in den Lieferketten oder Energiepreiserhöhungen könnten aber durchaus auch dauerhafter sein, als bisher angenommen. Die EZB müsse sich deshalb auch auf Aufwärtsszenarien vorbereiten, meinte der niederländische Zentralbankchef.

Optimistischere Konjunktureinschätzung deutscher Finanzprofis

Die Wirtschaftserwartungen der vom Mannheimer Konjunkturforschungsinstitut ZEW regelmässig befragten Analysten und Investoren haben sich im November unerwartet aufgehellt. Das Erwartungsbarometer legte dabei um 9.4 auf +31.7 Punkte zu, nachdem der Index zuvor fünf Monate in Folge gefallen war. Das Ergebnis ist deutlich besser als vom Konsens mit +20.0 Zählern erwartet. Während der Ausblick für die deutsche Wirtschaft optimistischer beurteilt wird, trübte sich die Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage im November stärker als erwartet ein. Die Umfragewerte für die Eurozone spiegelten diese Beurteilung. Laut ZEW gehen die befragten Finanzmarktprofis im aktuellen Quartal davon aus, dass die Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten sowie die hohe Inflationsrate die konjunkturelle Entwicklung weiterhin belasten werden.

Wirtschaftskalender 10. November

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Verbraucherpreise (September, J/J) +4.6%
10:00 IT Industrieproduktion (September, M/M) -0.2%
14:30 USA Verbraucherpreise (Oktober, M/M) +0.4%
14:30 USA Verbraucherpreise (Oktober, J/J) +5.4%
14:30 USA Kern-Verbraucherpreise (Oktober, J/J) +4.0%
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenverischerung (wöchentlich) 281'000

 

Unternehmenskalender 10. November

Land Unternehmen Periode
CH Barry Callebaut Q3 
GE Allianz Q3
DE Adidas Q3
DE E.ON Q3
DE Continental Q3
DE Infineon  Q3
AUT Voestalpine Q3
NL Ahold Delhaize Q3
FR EdF Q3
FR Engie Q3
FR Alstom Q3
GB Marks & Specncer Q3
USA Walt Disney Q3

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.