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LGT Navigator: Inflationssorgen trüben Monatsauftakt an den Börsen

3. Mai 2021

Der Mai gilt als eher schwieriger Börsenmonat und zumindest der Monatsauftakt scheint dies zu bestätigen. So starteten die Aktienmärkte in Asien zu Beginn des Wonnemonats Mai mehrheitlich im roten Bereich und folgten damit den negativen Vorgaben der Wall Street Ende der letzten Woche. Weitere starke Konjunkturdaten vor allem aus den USA sorgen zwar für Optimismus, verstärken aber auch die Befürchtung einer anziehenden Inflation und damit einem früher als antizipierten Ende der extrem lockeren Geldpolitik der grossen Zentralbanken. 

Inflationssorgen trüben Monatsauftakt an den Börsen

Die meisten Aktien in Asien gaben heute Morgen nach, da angesichts der vermehrten Zeichen einer anhaltenden Konjunkturerholung auch die Sorge hinsichtlich verstärkter Inflationsrisiken und eines früher als bisher erwarteten Rückzugs der Zentralbanken in den Vordergrund rückt. Da in China und Japan aufgrund eines Feiertages nicht gehandelt wird, ist das Bild jedoch nicht so aussagekräftig. Für Europas Börsen deuten die Futures-Märkte einen uneinheitlichen, positiven Handelsauftakt an, wobei auch in Europa angesichts eines Feiertages in Grossbritannien das Bild nicht ganz vollständig ist. 

Am Freitag hatten die Indizes an der New Yorker Börse nach den jüngst erreichten Rekordwerten wieder einen Rückschlag erlitten. Der Dow Jones Industrial schloss gegenüber dem Vortag um -0.54% tiefer bei 33'874.85 Punkten und lag damit auf Wochensicht um rund -0.5% im Minus. Die Monatsbilanz für April ist für den Dow mit einem Plus von rund +2.7% hingegen positiv. Der S&P 500 gab am Freitag um -0.72% auf 4'181.17 Zähler nach und der Nasdaq 100 fiel um -0.78% auf 13'860.76 Punkte zurück. Heute steht insbesondere eine Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell im Mittelpunkt und Ende Woche wird dann wie immer der aktuelle US-Arbeitsmarktbericht die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich ziehen.

US-Konjunkturhilfen lassen Einkommen im März drastisch steigen und heizen Inflation an

Die Einkommen der Amerikaner haben sich im März um +21.1% gegenüber dem Vormonat erhöht, wie neuste Daten am Freitag zeigten. Dies ist laut Handelsministerium in Washington hauptsächlich auf die staatlichen Konjunkturhilfen infolge der Coronakrise zurückzuführen. Die Konsumausgaben stiegen gleichzeitig ebenfalls kräftig um +4.2% zum Vormonat. In der Folge erhöhen sich auch die Preise. So stieg der von der US-Notenbank stark beachtete Inflationsindikator (PCE) auf +2.3%, womit das Ziel der US-Notenbank von 2.0% überschritten wurde. Die Fed hat aber signalisiert, dass sie ein Überschiessen temporär tolerieren wird.

Die Konsumausgaben in den USA werden auch durch die gute Stimmung der Verbraucher gestützt. So kletterte das Konsumentenvertrauensbarometer der Universität Michigan im April um 3.4 auf 88.3 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit März 2020. Neben den immensen Fiskalpaketen verbessern die Verbraucherstimmung auch die in den USA rasch fortschreitende Corona-Impfkampagne und die Aussicht auf eine weitere Wirtschaftserholung.

Industrie in den USA gewinnt weiter an Fahrt – ISM-Umfrage im Fokus

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) von Chicago gilt als Indikator für die heute Nachmittag anstehende nationale Umfrage des Institute for Supply Management (ISM). Im April legte der Chicago-PMI unerwartet deutlich von 66.3 auf 72.1 Punkte zu und erreichte damit den höchsten Wert seit Ende 1983. Analysten hatten im Schnitt mit einer Abschwächung auf 65 Zähler gerechnet. Interessant ist dabei auch die Beobachtung der Preiskomponente des PMIs. Dieser erreichte im April wegen Rohstoffknappheit und Transportproblemen den höchsten Stand seit 41 Jahren, was auf einen verstärkten Inflationsdruck hindeuten dürfte.

Corona bremst Euro-Wirtschaft im ersten Quartal erneut aus

Im Euroraum ist die Wirtschaft im Auftaktquartal weniger geschrumpft als befürchtet. In den ersten drei Monaten ging das BIP um -0.6% gegenüber dem Vorquartal zurück; dies angesichts der vielerorts erneuten «Lockdowns» in der Coronakrise. Ökonomen waren von einem kräftigeren Rückgang von -0.8% ausgegangen. Bereits im Schlussquartal 2020 war die Wirtschaftsleistung um -0.7% gesunken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging das BIP im ersten Quartal um -1.8% zurück (Konsens -2.0%).

In Deutschland sank die Wirtschaftsleistung im Q1 nach zwei Quartalen mit Wachstum (Q4: +0.5%, Q3 +8.7%) um -1.7% zum Vorquartal. Gut liefen die Exporte, während der Privatkonsum bremste.

Inflationsdruck im Euroraum gestiegen, aber bei nur geringer Kernteuerung

Die Teuerung in der Eurozone ist im April weiter gestiegen. Auf Jahressicht erhöhten sich die Verbraucherpreise um +1.6% verglichen mit einer Inflationsrate von +1.3% im März. Ohne die vielfach schwankungsanfälligen Komponenten Energie oder Lebensmittel ging die Kerninflationsrate aber von +0.9% im Vormonat auf +0.8% zurück. Verantwortlich für die höhere Inflationsrate war dementsprechend ein Anstieg der Energiepreise, die im Jahresvergleich um +10.3% gestiegen sind. Dies ist jedoch auch auf den statistischen Effekt des in der Vorjahresperiode beobachteten drastischen Preiseinbruchs der Rohölpreise während der ersten Pandemiewelle zurückzuführen.

USA drängen auf stärkere Zusagen beim UNO-Klimagipfel im Herbst

John Kerry, seines Zeichens Klimabeauftragter von US-Präsident Joe Biden, will anlässlich des Treffens der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) im Oktober in Rom auf weitere Verpflichtungen zum Klimaschutz drängen. Das G20-Treffen sei eine sehr wichtige Station auf dem Weg zur UNO-Klimakonferenz (COP26) in Glasgow im November.

 

Wirtschaftskalender 3. Mai

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 GB & JP Feiertag
08:00 DE Einzelhandelsumsätze (März, J/J) -9.0%
09:15 SP IHS Markit PMI Industrie (April) 56.9
09:30 CH PMI Industrie (April) 66.3
09:45 IT IHS Markit PMI Industrie (April) 59.8
09:50 FR IHS Markit PMI Industrie (April) 59.2
09:55 DE IHS Markit PMI Industrie (April) 66.4
10:00 EZ IHS Markit PMI Industrie (April) 63.3
15:45 USA IHS Markit PMI Industrie (April) 60.6
16:00 USA ISM PMI Industrie (April) 64.7

 

Unternehmenskalender 4. Mai

Land Unternehmen Periode
CH Adecco Q1
CH Geberit Q1
CH ams Q1
CH SIG Combibloc Q1
DE Infineon Q1
USA Pfizer Q1

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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