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LGT Navigator: Lieferkettenprobleme belasten laut Fed Wirtschaftsdynamik und erhöhen den Preisdruck

21. Oktober 2021

Nach Einschätzung der US-Notenbank hat sich das Wirtschaftswachstum in den USA abgeschwächt, was auf Unterbrechungen der Lieferketten, Arbeitskräftemangel und die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Corona-Delta-Variante zurückzuführen war. Gleichzeitig habe sich aber der Preisdruck erhöht. Währenddessen verdeutlichten auch verschiedene Daten aus dem Euroraum die Inflationssorgen und die Risiken der weltweiten Lieferkettenprobleme und steigenden Energiepreise.

Lieferkettenprobleme belasten laut Fed Wirtschaftsdynamik und erhöhen den Preisdruck

Die amerikanische Notenbank zeichnete in ihrem gestern Abend veröffentlichten regelmässigen Konjunkturbericht, dem sogenannten «Beige Book», ein etwas trüberes Bild der aktuellen Verfassung der US-Wirtschaft. In mehreren Regionen habe sich das Wachstumstempo abgekühlt, während der Preisdruck hoch bleibe und die Beschäftigung zuletzt nur moderat zugelegt habe.

An der Wall Street zeigten sich Anleger vom Konjunkturbericht des Fed unbeeindruckt und der Dow Industral Index erreichte zur Wochenmitte gar einen Höchststand. Zum Handelsschluss notierte der Dow bei 35'609.34 Punkten (+0.43%). Positiv zu Buche schlugen erneut starke Unternehmensnachrichten, beispielsweise vom Telekomriesen Verizon oder Tesla. Der S&P 500 stieg um +0.37% auf 4'536.19 Zähler, während an der Technologiebörse Nasdaq leichte Verluste verbucht wurden.

In Asien tendierten die Aktienindizes am Donnerstag uneinheitlich, belastet durch Sorgen um «Evergrande» und den chinesischen Immobiliensektor. So war ein Verkauf von Vermögenswerten des angeschlagenen chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande am Mittwoch gescheitert. In Tokio verliert der Nikkei 225 knapp -2% und in Hongkong notiert der Hang Seng knapp -1% tiefer.

Inflation im Euroraum auf 13-Jahreshoch bestätigt

Das europäische Statistikamt Eurostat hat nach einer zweiten Schätzung die Inflationsrate mit +3.4% bestätigt, womit die Teuerung in der Eurozone so hoch ist wie seit September 2008 nicht mehr. Im August waren die Verbraucherpreise auf Jahressicht noch um +3.0% gestiegen und im Juli um «lediglich» +2.2%. Getrieben werden die Preise nach wie vor von den Energiepreisen, die gegenüber dem Vorjahr um +17.6% gestiegen sind. Ohne Berücksichtigung der Energiekomponente kletterte die Kerninflationsrate von +1.6% im August auf +1.9% im September.

Energiekosten treiben Erzeugerpreise in Deutschland auf höchsten Stand seit 1974

Mit einem Sprung von +14.2% verzeichneten die deutschen Produzentenpreise im September den stärksten Anstieg seit fast 50 Jahren! Hintergrund sind weniger überraschend die steigenden Energiekosten (vor allem Erdgas +59%) und Engpässe in den globalen Lieferketten. Die Erzeugerpreisteuerung war damit auch deutlich stärker als von Ökonomen mit rund +12.8% erwartet.

Inflation in Grossbritannien lässt im September leicht nach

Auf der britischen Insel hat sich der Teuerungsdruck im September minimal abgeschwächt. Die Inflationsrate sank demnach von +3.2% – der höchsten Rate seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1997 – auf +3.1%, wie das Statistikamt ONS in London mitteilte. Damit notiert die Inflationsrate nach wie vor klar über der von der Zentralbank angepeilten Zielmarke von zwei Prozent und an den Finanzmärkten wird bereits mit einem baldigen ersten Zinsschritt der Bank of England gerechnet.

Der EZB-Rat verliert eine gewichtige Stimme

Bundesbankpräsident Jens Weidmann kündigte gestern überraschend seinen frühzeitigen Rücktritt zum Jahresende an. Der deutsche Notenbankchef ist derzeit der Dienstälteste im geldpolitischen Rat der EZB. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bedauerte die Entscheidung und betonte seine Erfahrung sowie seine Bereitschaft, Kompromisse zu finden. Weidmann war aber auch bekannt für seine kritische Haltung gegenüber der ultra-expansiven Geldpolitik der EZB.

Pariser Klimaziele in weiter Ferne

Laut einer aktuellen Studie der Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP) und führender Forschungsinstitute wird die geplante Produktion fossiler Brennstoffe bis 2030 noch doppelt so hoch sein, wie im Pariser Klimaabkommen vereinbart und bis 2040 könnte sich diese Schere sogar noch ausweiten. Den Berechnungen zufolge werden Länder im Jahr 2030 rund 110% mehr fossile Brennstoffe, 240% mehr Kohle, 57% mehr Öl und 71% mehr Gas produzieren als mit dem vereinbarten Temperaturziel vereinbar wäre. Die UNO und die Institute fordern deshalb, dass die globale Kohle-, Öl- und Gasförderung sofort und signifikant zurückgefahren werden müsse, um die langfristige Erwärmung auf die angepeilten +1.5% zu limitieren.

 

Wirtschaftskalender 21. Oktober

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE GfK Komsumklima (November) +0.3
08:45 FR Konjunkturumfrage (Oktober) 106.0
14:30 USA Philly Fed Industriebarometer (Oktober) +20.0
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 293,000
16:00 EZ Konsumentenstimmung (Oktober) -4.0
16:00 USA Frühindikator (September, M/M) +0.9
16:00 USA Verkäufe bestehender Häuser (September, M/M) -2.0%

 

Unternehmenskalender 21. Oktober

Land Unternehmen Periode
CH Schindler Q3 
CH ABB Q3 
CH Zur Rose Q3 
DE SAP Q3
FR L'Oréal Q3
FR Vivendi Q3
FR Pernod Ricard Q3 
FR Hermes Q3
NL Unilever Q3
SWE Nordea Q3
SWE Telia Q3
SWE Volvo Q3
GB Barclays Q3
GB Anglo American Q3
USA Intel Q3
USA Verizon Communications Q3
USA AT&T Q3
USA Dow Q3

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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