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LGT Navigator: Nervosität bleibt spürbar

26. März 2020

Die Einigung in Washington auf Finanzhilfe in Billionenhöhe und die Versprechen von Notenbanken und Regierungen praktisch unlimitierter Konjunkturpakete zur Eindämmung der negativen Folgen der Corona-Krise auf die Weltwirtschaft, sorgten zunächst für eine imposante Erholung an den internationalen Aktienmärkten. Aufgrund der weiterhin hohen Unsicherheit über das Ausmass und die Folgen der Pandemie bleibt die Nervosität der Börsianer und Anleger aber spürbar. In Asien versandete die Erholungsrally bereits wieder und die Risikoaversion der Anleger nahm erneut überhand, was die Börsenindizes, insbesondere in Tokio, wiederum kräftig unter Druck setzte.

Nervosität bleibt spürbar

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notiert kurz vor Handelsschluss einen Tagesverlust von rund -4.5% – dies jedoch nachdem der japanische Benchmark am Vortag den höchsten Tagesgewinn seit elf Jahren verbucht hatte. Zur Risikoaversion hat auch beigetragen, dass Singapurs Wirtschaft im ersten Quartal eingebrochen ist, was kein gutes Omen für den Rest Asiens darstellt. Auch die Futures-Märkte deuten auf eine negative Eröffnung an Europas Börsen hin. Mit grosser Spannung wird heute auch eine Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell erwartet, insbesondere seine Einschätzung der zu erwartenden schweren wirtschaftlichen Schäden durch die Coronavirus-Pandemie. Unterdessen betonte der Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Chuck Schumer, dass der Kongress auch nach dem eben erst beschlossenen zwei Billionen US-Dollar schweren Hilfspaket in den kommenden Wochen zusätzliche Schritte zur Krisenbewältigung beschliessen müsse.

Mit Spannung erwartete aktuelle Arbeitsmarktdaten

Nach Einschätzung von James Bullard, seines Zeichens Präsident der Fed von St. Louis, könnten die Folgen der Corona-Krise in den USA kurzfristig bis zu 50 Mio. Arbeitsplätze kosten. Das vom US-Kongress verabschiedete zwei Billionen US-Dollar schwere Hilfspaket zur Bewältigung der Krise habe ein angemessenes Gewicht, um dem wirtschaftlichen Schaden entgegenzuwirken, meinte Bullard. Mit Interesse dürften nun die heute um 13:30 Uhr (MEZ) zur Veröffentlichung anstehenden wöchentlichen Arbeitsmarktdaten beobachtet werden. Diese Daten könnten einen ersten Eindruck geben, wie tief die Pandemie bereits am Arbeitsmarkt eingeschlagen hat. Der bisher höchste Stand bei den Erstanträgen auf Arbeitslosengeld wurde im September 1982 mit 680 000 gemessen. Volkwirte gehen davon aus, dass in der vergangenen Woche bereits etwa eine Million Anträge gestellt wurden. Einige Prognosen erwarten gar bis zu 4 Mio. Erstanträge. Am Freitag in einer Woche, am 3. April, steht dann die offizielle Monatsstatistik vom Arbeitsmarkt an.

Geringe Aussagekraft «harter» US-Konjunkturdaten

Die gestern von der US-Industrie gemeldeten Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter sind im Februar überraschend um +1.2% zum Vormonat gestiegen. Angesichts der Tatsache, dass die Coronavirus-Pandemie in den Vereinigten Staaten erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung angekommen ist, dürften diese harten Daten – also effektiv gebuchte Zahlen und nicht nur Umfragewerte – die Verunsicherung der Unternehmen noch nicht wirklich widerspiegeln. Analysten hatten aber bereits mit einem Rückgang um -0.9% gerechnet. Die Bestellungen für zivile Kapitalgüter (ohne Berücksichtigung von Militärausrüstungen und Flugzeugen) gingen aber bereits im Februar um -0.8% zum Vormonat zurück. Diese Komponente gilt als Indikator für die Investitionstätigkeit der Firmen.

Ifo: Deutsche Wirtschaft steht unter Schock

Mit dem stärksten Rückgang in der Umfragehistorie und dem tiefsten Wert seit Mitte 2009 verdeutlicht der Geschäftsklimaindex des Ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts die Unsicherheit bei den befragten rund 9 000 Unternehmen. Das wichtige Konjunkturbarometer fiel im März auf 86.1 Punkte zurück, von 96.0 Zählern im Februar. Eine in der letzten Woche ausserordentlich veröffentlichte vorläufige Auswertung hatte noch einen leicht höheren Wert von 87.7 Punkten ergeben. Angesichts der Pandemie stehe die deutsche Wirtschaft unter Schock und es müsse aufgrund der ergriffenen Massnahmen mit einer schweren Rezession gerechnet werden, resp. mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von fünf bis 20 Prozent. Die Viruskrise werde Produktionsausfälle in Höhe von Hunderten von Milliarden Euro auslösen und den Arbeitsmarkt wie auch den Staatshaushalt erheblich belasten, kommentierte das Münchener Konjunkturforschungsinstitut.

Forderungen nach «Corona-Bonds» werden lauter

Neun EU-Länder, darunter die Schwergewichte und durch die Corona-Krise stark betroffenen Länder wie Italien und Spanien, aber auch Frankreich sowie Portugal, Griechenland, Irland, Belgien, Luxemburg und Slowenien fordern angesichts der zu erwartenden schweren Negativfolgen der Pandemie ein «gemeinsames Schuldeninstrument». Gestern trafen sich die Staats- und Regierungschefs der neun Länder und diskutierten die Möglichkeit gemeinsamer Schuldtitel, die von einer europäischen Institution ausgegeben werden sollen. Diese müssten «eine ausreichende Grösse und eine lange Laufzeit» haben. Heute wollen sich die Staats- und Regierungschefs der EU nochmals per Videokonferenz zum Thema Coronavirus beraten.

SNB ergreift weitere Massnahmen zur Sicherung der Liquidität

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im Kampf gegen die Auswirkungen der Corona-Krise angekündigt, den Geschäftsbanken eine unbegrenzte Refinanzierungsfazilität zur Verfügung zu stellen, um dem Bankensystem bei Bedarf weitere Liquidität zuzuführen. Zudem will die SNB den antizyklischen Kapitalpuffer für Banken ab sofort auf null Prozent senken, resp. aussetzen. Für die Bewältigung dieser Krise sei die Versorgung des Bankensystems mit Liquidität und mit Krediten für Unternehmen unerlässlich, begründete die Nationalbank ihre mit der Finanzmarktaufsicht Finma abgestimmten Massnahmen.

 

Wirtschaftskalender 26. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE GfK-Konsumklimaindex +9.8
08:45 FR Geschäftsklimaindex 105.4
10:30 GB Detailhandelsumsätze (J/J) +0.8%
13:00 GB Bank of England Zinsentscheid +0.1%
13:30 US BIP Q4 annualisiert (Revision) +2.1%
13:30 US Konsumausgaben Q4 (Revision, Q/Q) +1.7%
13:30 US Konsumausgaben Q4 (Revision, Q/Q) +1.2%

Unternehmenskalender 30. März

Land Unternehmen Periode
DE Stroeer J19

 

 

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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