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LGT Navigator: Neue Impulse erwartet

19. April 2022

Zu Wochenbeginn blieb die Börsenstimmung nach dem Osterwochenende angesichts der feiertagsbedingten Abwesenheit vieler europäischer Märkte, des fortgesetzten Kriegs in der Ukraine und der Bremsspuren in Chinas Wirtschaft von Vorsicht geprägt. Im Fokus bleiben auch die eben erst begonnene Quartalsberichtssaison der börsennotierten Unternehmen sowie die anfangs Woche gestartete Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank, an der am Donnerstag u.a. Fed-Chairman Powell und EZB-Präsidentin Lagarde sprechen werden. Neue Impulse erhoffen sich die Märkte auch vom Beige Book der US-Notenbank am Mittwoch. 

Neue Impulse erwartet

An der Wall Street handelten die Aktienindizes am Montag mehr oder weniger seitwärts. Der Dow Jones Industrial schloss -0.11% tiefer bei 34'411.69 Punkten und der S&P 500 gab um -0.02% auf 4'391.69 Zähler nach. Das Handelsvolumen an der New Yorker Börse wurde von Händlern als unterdurchschnittlich beschrieben. Die letzte Woche gestartete Unternehmensberichtssaison dürfte in den nächsten Tagen aber für neue Impulse sorgen. Im Börsenfokus bleibt auch die weitere Entwicklung des Übernahmeversuchs von Twitter durch Tesla-Chef Elon Musk. Mit Spannung werden Anleger auch den regelmässigen Konjunkturbericht der US-Notenbank, das sogenannte «Beige Book» erwarten, welches am Mittwochabend publiziert wird. Am Anleihenmarkt notiert die Rendite zehnjähriger US-Staatspapiere derzeit bei 2.86%. Ein Hauptthema an den Finanzmärkten bleibt auch der Krieg in der Ukraine, wo Russland im Osten des Landes anscheinend die erwartete neue Offensive gestartet hat. Die jüngste Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine und Russland blieb unterdessen erneut ohne greifbare Ergebnisse.

In Asien handeln die meisten Aktienindizes am Dienstag im positiven Bereich. In Tokio legt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um rund +0.7% zu, während der Yen schwächer tendiert. In Shanghai notiert der Composite-Index mit +0.2% moderat im Plus. In Hongkong hingegen verliert der Hang Seng-Index rund -1.8%, getrieben durch Abgaben bei Tech-Giganten im Zuge der jüngsten chinesischen Regulierungsmassnahmen im Sektor.

«Lockdowns» belasten Chinas Wirtschaft spürbar

Die zweitgrösste Volkswirtschaft hat im ersten Quartal deutlich an Dynamik eingebüsst. Als Bremsklotz erweist sich vor allem die Null-Covid-Strategie Pekings. China erlebt aktuell die grösste Corona-Welle seit Beginn der Pandemie vor mehr als zwei Jahren. Regierungsangaben zufolge expandierte das chinesische BIP im Q1 aber noch um solide +4.8% gegenüber dem Vorquartal. Nach der kräftigen Konjunkturerholung im vergangenen Jahr scheint der Wirtschaftstrend Chinas nun zunehmend fragil. Neben den strikten «Lockdowns», insbesondere in der Wirtschaftsmetropole Shanghai, sorgt auch die höhere Inflation in wichtigen Exportmärkten für eine geringere Kaufkraft und damit eine geringere Nachfrage nach chinesischen Gütern. Am vergangenen Freitag hat die chinesische Zentralbank mit einer leichten Senkung der Anforderungen für die Mindestreserven der Banken reagiert. Andererseits beliess die People’s Bank of China aber das Zinsniveau unverändert. Mit Spannung wird nun erwartet, ob die Regierung in Peking die Wirtschaft mit weiteren Konjunkturmassnahmen unter die Arme greifen wird.

EZB hält sich Optionen offen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat an ihrem Treffen am Donnerstag den Weg für den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik geebnet. Demnach plant sie, ihr Anleihenkaufprogramm (Asset Purchase Program, APP) im dritten Quartal zu beenden. Den Zeitpunkt für einen ersten Zinsschritt halten sich die Währungshüter weiterhin offen. «Wir werden uns mit den Zinsen befassen, wenn es so weit ist», sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Die EZB betont, dass die Erhöhung der Zinsen graduell ablaufen wird und eine Zinserhöhung erst nach dem Stopp der Anleihenkäufe zum Thema wird. Das könne einige Woche oder auch einige Monate nach dem Ende des APP-Programms sein, meinte Lagarde. Einen deutlich schnelleren Fahrplan erwarten die Finanzmärkte. Sie rechnen bereits im September mit einem ersten Zinsschritt von 25 Basispunkten sowie zwei weiteren Zinserhöhungen im laufenden Jahr. Die EZB steckt in einer schwierigen Situation: Das Preiswachstum im Währungsraum hat im März einen Rekordwert von +7.5% erreicht. Gleichzeitig ist das Risiko einer Konjunkturabkühlung wegen des Kriegs in der Ukraine deutlich gestiegen.

Hohe Spritpreise treiben Umsatz der US-Retailbranche

Der amerikanische Einzelhandel hat im März erneut mehr verdient und die Erlöse gegenüber dem Vormonat um +0.5% gesteigert, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Dies, nachdem die Jahresteuerung im März auf +8.5% geklettert ist und damit den höchsten Wert seit mehr als vierzig Jahren erreicht hat. Der Grossteil der Mehrausgaben ist auf die steigenden Benzinpreise zurückzuführen, die sich gegenüber Februar um knapp 20% verteuert haben. Unter Ausklammerung der Spriteinnahmen ist der Einzelhandelsumsatz um -0.3% geschrumpft. Dennoch bleibt die Zahlungsbereitschaft der Amerikaner für Aktivitäten, die während der Pandemie schwierig waren, hoch. Davon profitieren beispielsweise Fluggesellschaften und der lokale Tourismus.

  

Wirtschaftskalender 19. April 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
06:30 JP Industrieproduktion (Februar, M/M) +0.1%
14:30 USA Baugenehmigungen (März, M/M) -1.6%
14:30 USA Baubeginne (März, M/M) +6.8%

 

Unternehmenskalender 19. April 

Land Unternehmen Periode
USA IBM Q1 2022
USA Johnson & Johnson Q1 2022
USA Netflix Q1 2022

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.