Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

LGT Navigator: Powell holt Börsen auf den Boden der Realität zurück

29. August 2022

An der mit grosser Spannung erwarteten Rede am Zentralbankentreffen in Jackson Hole schwor US-Notenbankchef Powell die Finanzgemeinde auf einen anhaltenden Kampf gegen die Inflation ein und stellte weitere kräftige Zinserhöhungen in Aussicht. An Europas Börsen und auch an der Wall Street sorgten die Aussagen Powells am Freitag für heftige Verluste. Auch in Asien stehen die Aktienmärkte zu Wochenbeginn mehrheitlich stark unter Druck. Am Anleihenmarkt kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen unterdessen auf 3.12% und der US-Dollar drückte den Euro auf rund 0.9920.

Powell holt Börsen auf den Boden der Realität zurück

«Die Wiederherstellung der Preisstabilität wird wahrscheinlich die Fortsetzung einer restriktiven Geldpolitik für einige Zeit notwendig machen», betonte US-Notenbankchef Jerome Powell am jährlichen Symposium in Jackson Hole. Damit scheint klar, dass das Fed am 21. September die Zinsen womöglich nochmals «aussergewöhnlich kräftig», anheben wird. Der Entscheid werde aber «von der Gesamtheit der eingehenden Daten und den sich entwickelnden Aussichten» abhängig sein, beschwichtigte der oberste Notenbanker der USA. Die historische Erfahrung spreche jedoch gegen eine frühzeitige Lockerung der Geldpolitik. Insgesamt sind die Aussagen von Powell als «hawkisch» zu werten. Zugleich hält sich das Fed mit dem Verweis auf die Datenlage auch eine Türe offen für eine eventuell doch bald wieder moderatere Gangart. Die Hoffnung an den Börsen, dass die US-Notenbank nach dem erstmaligen Rückgang der Inflation in den USA bereits einen Gang zurückschalten könnte, haben sich damit nicht bewahrheitet und Powell hat damit die Börsen auf den Boden der Realität zurückgeholt. 

Der Dow Jones Industrial schloss am Freitag bei 32'283.40 Punkten -3.03% tiefer als am Vortag und verbuchte damit auf Wochensicht einen Verlust von -4.2%. Der S&P 500 fiel vor dem Wochenende um -3.37% auf 4'057.66 Zähler zurück und an der Technologiebörse Nasdaq gaben die Indizes um gut -4% nach – der grösste Tagesverlust seit über neun Jahren. In Asien schlossen sich die Aktienindizes mehrheitlich den negativen Vorgaben aus Übersee an. In Tokio notiert der Nikkei 225 zum Wochenstart -2.6% tiefer und der südkoreanische Kospi fällt um -2.25%. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gibt um -0.7% nach. In Festlandchina hielten sich die Verluste hingegen in Grenzen: der Shanghai Composite gibt um rund -0.15% nach und der Shenzhen Component verliert rund -0.4%. Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans fällt zu Wochenbeginn um rund -1.9%.

Leichte Erholung der US-Konsumentenstimmung

Die Stimmung der amerikanischen Privathaushalte hat sich im August wieder etwas aufgehellt. Der Universität Michigan zufolge kletterte der monatliche Konsumentenvertrauensindex von 51.5 Punkten im Juli auf 58.2 Zähler – ein deutlich besseres Ergebnis als von Analysten im Schnitt mit 55.5 Punkten erwartet. Im Juni hatte die Verbraucherstimmung in den USA ein Rekordtief von 50.0 Punkten erreicht. Unterdessen sind die Konsumausgaben und die privaten Einkommen der amerikanischen Privathaushalte im Juli weniger stark gestiegen als erwartet. Die Konsumausgaben legten um +0.1% zum Vormonat zu (Konsens +0.5%) und die Einkommen stiegen um +0.2% (Konsens +0.6%). Positiv zu werten ist hingegen die Abschwächung des auf den Konsumausgaben basierende Preisindex PCE-Indikators, der auf Jahressicht um +6.3% zulegte (Vormonat +6.8%). Der Index dient insbesondere der US-Notenbank als Orientierung bei der Inflationsentwicklung.

EZB-Ratsmitglied plädiert für kräftige Zinserhöhung

Der österreichische Notenbankpräsident und Mitglied des geldpolitischen Rates der Europäischen Zentralbank (EZB), Robert Holzmann, sprach sich am Rande des Notenbanktreffens in Jackson Hole für eine nochmalige starke Erhöhung des Leitzinses aus. Ein Zinsschritt von 50 Basispunkten sei aus seiner Sicht das Minimum und eine kräftigere Anhebung um 75 Basispunkte sollte seiner Ansicht nach an der nächsten EZB-Ratssitzung am 8. September diskutiert werden. Angesichts der «hawkischen» Aussagen von der US-Notenbankspitze und weiteren Zinsschritten des Fed dürfte die EZB verstärkt unter Druck geraten, eine aggressivere Gangart bei der Zinswende einzuschlagen.

Konsumklima in Deutschland fällt auf Rekordtief…

Die von den Energiekosten getriebene hohe Inflation sorgt in Deutschland für schlechte Stimmung unter den Konsumenten. Gespiegelt wird dies in der neusten Ausgabe des Konsumklimabarometers des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK, das für September einen rekordtiefen Wert von minus 36.5 Punkten zeigte. Im Vergleich zum Vormonat fiel der Indikator nochmals um 5.6 Zähler. Laut GfK legen viele Privathaushalte einen Teil ihres Budgets aus Angst vor einer Energiekrise auf die Seite und die Gefahr einer Rezession wird von den Verbrauchern als hoch eingeschätzt. Die Situation könnte sich in den kommenden Wochen und Monaten noch verschärfen, kommentierte das Institut.

…während sich die Konsumlaune in Frankreich und Italien leicht verbessert hat

Entgegen der Entwicklung in Deutschland hat sich die Stimmung der Verbraucher in Frankreich und Italien im August leicht aufgehellt. Der Index des französischen Statistikamts Insee verbesserte sich von 80.0 auf 82.0 Punkte, nachdem der Indikator zuvor sieben Monate in Folge gefallen war. Ökonomen hatten mit einer weiteren Eintrübung auf 79 Zähler gerechnet. Im Zentrum steht weiterhin der massive Anstieg der Lebenshaltungskosten. In Italien kletterte das Verbrauchervertrauensbarometer im August um 3.5 auf 98.3 Punkte. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 92.5 Punkte gerechnet.

  

Wirtschaftskalender 30. August 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Importpreise (Juli, J/J) +29.9%
09:00 CH KOF Konjunkturbarometer (August) +90.1
09:00 ES Verbraucherpreise (August, J/J)  +10.7%
11:00 EZ Wirtschaftsstimmung (August) +99.0
11:00 EZ Konsumentenvertrauen (August) -24.9
11:00 EZ Geschäftsklima (August) +1.14
14:00 DE Verbraucherpreise (August, J/J) +8.5%
15:00 USA S&P/CaseShiller Häuserpreise 20 grösste Städte (Juni, J/J) +20.5%
16:00 USA Verbrauchervertrauen (August) +95.7

 

Unternehmenskalender 30. August

Land Unternehmen Periode
CH Givaudan H1
DE DZ Bank H1
USA Best Buy Q2
USA  Hewlett-Packard Q3

  

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

 

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

Risikohinweis (Disclaimer)
Bei dieser Publikation handelt es sich um eine Werbeunterlage/Marketingmitteilung. Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertenstellung und kein öffentliches Inserat und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Diese Publikation ist nur für den Empfänger bestimmt und darf weder in elektronischer noch in anderer Form an Dritte weitergeleitet, vervielfältigt oder veröffentlicht werden. Der Inhalt dieser Publikation ist von Mitarbeitenden der LGT verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen sind daher nicht so zu interpretieren, dass sich seit ihrer Publikation die Verhältnisse nicht geändert haben oder die Informationen immer noch aktuell seien. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheidungen getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher kein zuverlässiger Indikator für eine positive Performance in der Zukunft. Das Risiko von Kurs- und Fremdwährungsverlusten aufgrund einer für den Anleger ungünstige Wechselkursentwicklung kann nicht ausgeschlossen werden. Es besteht die Gefahr, dass die Anleger nicht den vollen Betrag zurückerhalten, den sie ursprünglich investiert haben. Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Im Falle von Simulationen wird darauf hingewiesen, dass sich die Zahlenangaben auf eine simulierte frühere Wertentwicklung beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.

Die bei der Ausgabe und Rücknahme der Anteile erhobenen Kommissionen und Kosten werden dem Anleger individuell belastet und finden deshalb keine Berücksichtigung in der dargestellten Wertentwicklung. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden jedweder Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbietet oder von einer Bewilligung abhängig macht. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt sowie potentielle Investoren haben sich selbst im Heimat-, Wohnsitz- oder Sitzland bezüglich der gesetzlichen Anforderungen sowie allfälligen steuerlichen Konsequenzen, Fremdwährungsrestriktionen oder Fremdwährungskontrollen und anderen Aspekten, welche vor dem Entscheid über die Zeichnung, den Erwerb, den Besitz, den Austausch, die Rückgabe oder eine andere Handlung in Bezug auf solche Anlagen relevant sind, umfassend zu informieren, sich angemessen beraten zu lassen sowie etwaige Beschränkungen einzuhalten. Den mit der Erstellung dieser Publikation betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in dieser Publikation erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen. Zu allfälligen genannten Finanzinstrumenten stellen wir Ihnen gerne jederzeit und kostenlos weitere Unterlagen zur Verfügung, wie beispielsweise ein Basisinformationsblatt nach Art. 58 ff. des Finanzdienstleistungsgesetzes (BIB), einen Prospekt gemäss Art. 35 ff des Finanzdienstleistungsgesetzes oder ein gleichwertiges ausländisches Produktinformationsblatt, z.B. ein Basisinformationsblatt nach der Verordnung EU 1286/2014 für verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte (PRIIPS KID).

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.