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LGT Navigator: Was hat das Fed noch in Petto?

16. Dezember 2020

Mit Spannung erwarten die Kapitalmärkte den geldpolitischen Entscheid der amerikanischen Zentralbank. Weitere Massnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise liegen im Bereich des Möglichen. Das Fed hatte auch mehrmals einen verstärkten Einsatz der Fiskalpolitik gefordert. Noch konnten sich die politischen Lager in Washington aber nicht auf ein weiteres Corona-Konjunkturpaket einigen.

Was hat das Fed noch in Petto?

Die US-Notenbank (Fed) könnte anlässlich ihres letzten Zinsentscheids (20:00 Uhr MEZ) im laufenden Jahr durchaus nochmals in die Trickkiste greifen, angesichts der nach wie vor höchst angespannten Pandemielage in den USA. Ihren bereits auf ein rekordtiefess Niveau gesenkten Leitzins von 0.0-0.25% dürfte das Fed bestätigen, jedoch könnte sie angesichts der anhaltend starken Belastung der US-Wirtschaft durch die Coronakrise Anpassungen an ihren milliardenschweren Wertpapierkäufen zur Stützung der Konjunktur vornehmen. Sie könnte beispielsweise die Anleihekäufe auf längere Laufzeiten ausrichten, um die Wirtschaft zu unterstützen, oder ihre Anleihekäufe mit Beschäftigungs- und Inflationswerten verknüpfen.

An den US-Börsen scheinen die Anleger jedenfalls auf weitere Unterstützung durch die Notenbank zu setzen, und auch weiterhin optimistisch hinsichtlich eines Corona-Hilfspakets zu bleiben. Der Dow Jones Industrial kletterte erneut über die Marke von 30'000 Punkten und schloss +1.13% höher bei 30'199.31 Zählern. Der breite S&P 500 verbuchte ebenfalls ein solides Plus von +1.29% und ging bei 3'694.62 Punkten aus dem Tagesgeschäft. In Europa hatten die meisten Aktienmärkte am Dienstag an den freundlichen Wochenstart angeknüpft. Der EuroStoxx 50 schloss bei 3'521.50 Punkten (+0.5). Positiv zu Buche schlug die Erwartung, dass der Covid-19-Impfstoff von Pfizer/BioNTech noch vor Weihnachten in Europa zugelassen wird. In Asien schlossen sich die Börsenindizes mehrheitlich den positiven Vorgaben aus Übersee an und die Futures deuten für die europäischen Aktienmärkte einen positiven Handelsstart an.

Erholungstrend in der US-Industrie scheint sich zu verlangsamen

Der sogenannte Empire State-Indikator der Federal Reserve von New York hat sich im Dezember etwas stärker als von Experten erwartet abgekühlt. Das Geschäftsaktivitätsbarometer für den regionalen Industriesektor fiel dabei von plus 6.3 auf plus 4.9 Punkte zurück, bleibt mit einem Indexwert von über Null aber nach wie vor auf Wachstumskurs. Der Index liefert zusammen mit dem gleichgelagerten Philly Fed-Index der Notenbank von Philadelphia eine Indikation für den jeweils zu Beginn des nächsten Monats anstehenden viel beachteten nationalen ISM-Einkaufsmanagerindex.

Gleichzeitig meldete das Fed gestern aber auch, dass die amerikanische Industrie auf nationaler Ebene im Oktober eine weitere Zunahme der Produktion verzeichnete. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Ausstoss um +0.4%. Die Zunahme folgt einem noch kräftigeren Anstieg der Produktion im September von +0.9%. Gegenüber dem Vorkrisenniveau von Februar liegt die Herstellung aber immer noch um rund fünf Prozent niedriger.

EZB fordert von Banken weiterhin «äusserste Zurückhaltung» hinsichtlich Ausschüttungen

Die Europäische Zentralbank (EZB) forderte die europäischen Geschäftsbanken auf, bis zum 30. September 2021 von Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufen abzusehen oder solche Ausschüttungen zu begrenzen. Die EZB empfiehlt «äusserste Zurückhaltung», jedoch könnten die Banken nun Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe vornehmen. Diese dürften aber nicht mehr als 15% des kumulierten Gewinns für 2019 und 2020 ausmachen und bezogen auf die harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) 20 Basispunkte nicht übersteigen. Dabei komme es darauf an, welcher Wert niedriger ist. Banken, die Ausschüttungen planen, müssen eine robuste Kapitalentwicklung aufweisen und profitabel sein, betonte die EZB. Infolge der Coronakrise hatte die EZB europäische Geschäftsbanken seit März 2020 verpflichtet, pauschal auf alle Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe zu verzichten und diese Verpflichtung im Juli verlängert.

Schweizer Wirtschaft dürfte laut Seco erst ab dem Q2 2021 wieder an Fahrt aufnehmen

Der Einschätzung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zufolge dürfte die Schweizer Volkswirtschaft im zweiten Quartal im nächsten Jahr wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren und sich dann auch dank des Einsatzes von Covid-19-Impfstoffen beschleunigen. Vorerst werden die Massnahmen zur Eindämmung der zweiten Pandemiewelle die Konjunkturerholung aber verlangsamen. Für das Coronajahr 2020 rechnet das Seco mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um -3.3% – der stärkste BIP-Rückgang seit 45 Jahren! Zudem bleibt die Prognoseunsicherheit nach wie vor hoch und so reduzierte das Seco seine Prognose für 2021 von +3.8% deutlich auf noch +3.0%.

 

 

Wirtschaftskalender 16. Dezember

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Verbraucherpreise (November, J/J) +0.7%
08:00 GB Kern-Verbraucherpreise (November, J/J) +1.5%
10:00 IT Auftragseingang Industrie (Oktober, J/J) +3.2%
11:00 EZ Handelsbilanz (Oktober)  EUR 23.961 Mrd.
14:30 USA Einzelhandelsumsätze (November, M/M) +0.3%
16:00 USA NAHB-Wohnungsmarktindex (Dezember) 90.0
20:00 USA FOMC-Zinsentscheid 0.0-0.25%

 

Unternehmenskalender 18. Dezember 2020

Land Unternehmen Periode
USA Nike Q2

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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