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LGT Navigator: Zwei weitere richtungsweisende Zentralbankentscheide

1. November 2021

Neben der laufenden Unternehmensberichtssaison könnten in dieser Woche vor allem auch die geldpolitischen Entscheide der US-Notenbank und der Bank of England für Bewegung an den Kapitalmärkten sorgen. Angesichts des steigenden Inflationsdrucks könnten das Fed und die BoE nun die geldpolitische Schraube anziehen. Der G20-Gipfel am Wochenende in Rom enttäuschte mit schönen Worten zum Klimaschutz, aber wenig konkreten Massnahmen zur Umsetzung. Das ist kein gutes Zeichen für den laufenden Klimagipfel in Glasgow.

Zwei weitere richtungsweisende Zentralbankentscheide

Auch in dieser Woche werden die Zentralbanken wieder im Zentrum des Geschehens an den Kapitalmärkten stehen. Mit Höchstspannung werden die Anleger den geldpolitischen Entscheid der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch erwarten. Dann könnte das Fed den Startschuss für das antizipierte «Tapering», also die Drosselung der quantitativen Massnahmen, resp. der Staatsanleihekäufe, geben. Am Donnerstag folgt dann die Bank of England. Dabei ist nicht auszuschliessen, dass die britische Notenbank mit einer ersten Leitzinserhöhung die Zinswende einleitet.

An der New Yorker Börse gingen die Indizes trotz enttäuschender Quartalsberichte von Apple und Amazon mit Gewinnen ins Wochenende. Der Dow Jones Industrial legte am Freitag um +0.25% auf 35'819.56 Punkte zu und schloss damit den Oktober mit einer Monatsperformance von +5.8% ab. Der S&P 500 beendete den Freitagshandel +0.19% höher bei 4'605.38 Zählern. Die Technologiebörse Nasdaq steckte anfängliche Gewinnmitnahmen weg und nahm Tagesgewinne von rund einem halben Prozent ins Wochenende. Im Oktober weist der Nasdaq 100 eine Monatsperformance von knapp +8% aus.

In Tokio legt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um rund +2.6% zu, nachdem sich die Regierungspartei (Liberal Democratic Party, LDP) den Wahlsieg gesichert hat.

G20 enttäuschen Hoffnungen auf einen ernsthaften Klima-Aktionsplan

Der G20-Gipfel in Rom sollte eigentlich die Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow lancieren, enttäuschte aber die Hoffnungen. Die 20 führenden Wirtschaftsmächte, die für 80% der Treibhausgase verantwortlich sind, konnten sich nicht auf gemeinsame und ehrgeizige Klimaziele einigen, und die Abschlusserklärung enthält kein konkretes Zieldatum, weder für die Kohlendioxidneutralität, noch für den Ausstieg aus der Kohleverstromung. Die G20 bekräftigten lediglich, dass sie weiter den Zielen des Pariser Abkommens verpflichtet seien. Eine Einigung erreichten die G20 hingegen in Sachen globale Mindeststeuer für Unternehmen. Grosse, international tätige Firmen sollen spätestens 2023 unabhängig von ihrem Sitz mindestens 15% Steuern zahlen.

Fed-Inflationsindikator signalisiert weiter zunehmenden Inflationsdruck

Der von der US-Notenbank präferierte und auf den Konsum fokussierte Inflationsindikator PCE (Personal Consumption Expanditure Price Index) kletterte im September auf +4.4%, von 4.2% im August, und spiegelt damit den kräftigen Anstieg der allgemeinen Inflationsrate der Verbraucherpreise, die im September +5.4% erreichte. Wie die EZB geht das Fed aber davon aus, dass der hohe Inflationsdruck nur vorübergehend sein wird und sich im Laufe des nächsten Jahres wieder «normalisieren» wird.  

«Positive» Inflation in Japan

Japan wies erstmals seit 13 Monaten wieder eine positive jährliche Inflationsrate aus. Im September stiegen die Verbraucherpreise gegenüber der Vorjahresperiode um +0.2%. Da die Bank of Japan die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen bei null Prozent verankert hat, könnte eine steigende Inflation die Realzinsen drücken und den Yen belasten.

Inflationsrate im Euroraum knackt 4%-Marke

Mit +4.1% erreicht die Jahresteuerungsrate in den Euroländern im Oktober den höchsten Wert seit Mitte 2008 und macht damit nochmals einen kräftigen Sprung gegenüber dem Vormonat mit +3.4%. Zudem hat der Inflationsdruck damit auch deutlich stärker zugenommen als von Analysten erwartet. Der Konsens lag bei «lediglich» +3.7%. Hauptpreistreiber bleibt die Energie, die sich auf Jahressicht um +23.5% verteuerte. Die Kernrate, ohne Energie- und Lebensmittelpreise, stieg im Oktober auf +2.1%, von +1.9% im September. Wie die Europäische Zentralbank erst am vergangenen Donnerstag erklärte, geht sie weiterhin von einer vorübergehend hohen Inflation aus.

Erholung der Euro-Wirtschaft erreichte im Sommer den vorläufigen Höhepunkt

In der Eurozone ist das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal kräftiger als angenommen gewachsen. Im Vergleich zum Vorquartal erhöhte sich die Wirtschaftsleistung um +2.2%, wie Eurostat am Freitag mitteilte. Der Konsens lag bei +2.1%. Im zweiten Quartal hatte das BIP im Euroraum um +2.1% zugelegt. In den beiden Sommerquartalen profitierte die Wirtschaft von den breiten Lockerungen der Pandemiemassnahmen in den meisten Euroländern.

Die italienische Wirtschaft ist im dritten Quartal deutlich stärker als erwartet gewachsen. Im Vergleich zum Vorquartal expandierte das BIP um +2.6% (Konsens +2.0%).

Spaniens Wirtschaft ist im Sommer hingegen leicht schwächer gewachsen als von Ökonomen prognostiziert. Die Wirtschaftsleistung stieg im Q3 gegenüber dem Vorquartal um +2.0% (Konsens +2.9%).

 

Wirtschaftskalender 1. November

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:30 CH Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober) 52.5
11:30 GB IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober)  57.7
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober)  60.7
16:00 USA ISM Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober)  61.1

 

Unternehmenskalender 2. November

Land Unternehmen Periode
CH Adecco Q3 
DE Fresenius Q3
AUT Erste Group Bank Q3 
AUT ams Osram Q3
NL DSM Q3
GB BP Q3
GB Standard Chartered Q3
USA Pfizer Q3
USA Amgen Q3
USA DuPont Q3
USA T-Mobile US Q3
USA Mondelez International Q3
US Conoco Phillips Q3

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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